Bill Kaulitz und die Heteronormativität

hirnseide twitterte vorhin:

RT wenn Du auch denkst, dass die Sängerin von Tokio Hotel viel zu kleine Titten hat.

Der werte Herr schneyra retweetete (hihi) dann auch über Umwege, wodurch ich erst darauf aufmerksam wurde. Mein Antwortkommentar war “Heteronormativität ftw? ;) ” worauf er mich fragte “WTF?”. (Ich finde es übrigens toll, dass WTF FTW rückwärtsgelesen ist!) Das wird vermutlich vielen meiner Follower so gegangen sein, deswegen eine kurze Erklärung (kann man auch ausführlich in der Wikipedia nachlesen):

Das heternormative Geschlechtermodell besagt, dass es genau zwei Geschlechter und Geschlechtsidentitäten gibt. Einfach zusammengefasst:

  • Männliche Geschlechtsmerkmale -> Mann. Weibliche Geschlechtsmerkmale -> Frau.
  • Mann begehrt Frau. Frau begehrt Mann.
  • Mann verhält sich traditionell männlich, Frau weiblich.

Zwischenstufen gibt es nicht, für Transgenderidentitäten, Hermaphroditen, Homosexualität oder andere Abweichungen ist kein Platz.

Nun ist es leicht, sich mitreißen zu lassen, wenn Witze über Prominente gemacht werden, keine Frage. Aber trotzdem sollte einem bewusst sein, dass man, wenn man obigen Tweet retweetet, im Kern trotzdem sagt: “Entsprichst Du nicht dem klassischen Männerbild, dann bist Du kein richtiger Mann. Ergo bist Du eine Frau.” Heteronormative Weltanschauung eben. Ist jetzt auch nicht besonders ungewöhnlich, die ist in Deutschland schließlich weit verbreitet. Sollte man nur trotzdem ab und an mal drauf hinweisen, weil das Modell extrem überholenswert ist. :)

(Ich persönlich find übrigens Bill Kaulitz total attraktiv. Und ich bin ‘ne Lesbe. Ihr Penner mit eurer scheiß Heteronormativität habt mir das bestimmt eingepflanzt! Hmpf!)



Oooh… it’s ON, bitches!

Die Eröffnung der diesjährigen Emmys:

Großartig! Danach wundert’s wohl niemanden mehr, dass Sue Silvester Jane Lynch den Emmy mit nach Hause genommen hat. Jimmy Fallon als Bruce Springsteen fand ich lustig, auch wenn ich ja nicht so der Springsteenfan bin … und dass Betty White drin ist hat sicherlich den Puschel sehr glücklich gemacht. Die ist für ihn ja das, was Chris Colfer für mich ist. Apropos: Chris war wieder einmal fantabulös (Hachz! Kurt! Herz!)

Kurz zitieren möchte ich auch mal wieder eine meiner Lieblingsseiten, denn autostraddle can do no wrong:

Can you believe it’s been a whole year since The Emmys 2009? Well, it hasn’t been, actually. This year The Emmys are like three weeks early for reasons relating somehow to football. Regardless, the theme of this year’s Emmys is “radical liberal homosexuals control Hollywood, duh!” and the proof is in the pudding: if you want to earn an Emmy, you need to have gay people in your show. Also: HOLY CRAP THAT’S A LOT OF WHITE PEOPLE. I mean look at the white white whitey white whiteymcwhiterson faces! WAY TO GO TELEVISION, for Chrissake DIVERSIFY YOURSELF.

Ganz schön homozentriert die Show dieses Jahr. Mal schauen, ob’s was bringt …



Everybody loves a Lesbian

Die BBC kann auch lustig: Mongrels. hihi



The Lion, the Bitch and the Wardrobe

Und dann war da noch der Umzugshelfer. Nennen wir ihn Heinz. (Zu unserer Verteidigung: Heinz war Teil eines Zweiergespanns, das uns jemand vermittelt hatte. Teil zwei war ein sehr sympathischer älterer Herr und fuhr einen Transporter für uns. Das war fein.)
Heinz kam also in die Wohnung (natürlich roch er stark, wie könnte es auch anders sein), hielt mir seine schmuddelige Pranke hin und stellte sich vor. Ging ins Schlafzimmer, guckte mich an und meinte: “Und Du versuchst hier also ein Bett aufzubauen?” Ich erstmal zwei Sekunden völlig baff, dann: “Ähm, das versuche ich nicht nur, das mache ich.” “Davon sieht man aber nichts.” Ähm. Ja, gut, klar. Wär halt auch hilfreich, wäre er nicht schon direkt am Anfang gekommen, als gerade mal zwei Teile zusammengeschraubt waren. Hat sich direkt seeehr sympathisch gemacht, der junge Mann.
Heinz wäre aber nicht Heinz, wenn er nicht weiter geheinzt hätte. Den ganzen lieben langen Tag. So sah er sich den Kleiderschrank der Liebsten mit seinem enorm fachkundigen Blick an und verkündete dann, dass man diesen nicht mehr zusammenbauen könnte, weil Teile fehlten. “Ich muss es leider sagen, wie es ist: Das wird nichts mehr. Der Schrank ist hin, den kann man nicht mehr aufbauen. Wegwerfen, neuen kaufen.” Oookay. Ein paar Stunden später sah sich Donnie Darko, der Bruder der Herzdame, den Schrank an, dachte sich seinen Teil, fuhr in den Baumarkt und besorgte die fehlenden Stücke für knapp 20 Euro. Und schwupps, Problem gelöst.
Auch in der Küche hat Heinz uns eine Menge gelehrt. Er besah sich die Wasseranschlüsse, schaute mitleidig und ließ uns wissen, dass man dort nie im Leben eine Spülmaschine würde anschließen können, man müsste schon einen Klempner kommen lassen und den Wasseranschluss, der aus der Wand kommt, komplett neu machen. Der geneigte Leser wird sich sicherlich bereits denken, dass das vielleicht so hunderprozentig den Tatsachen entsprach. Und wie könnte es anders sein: Donnie Darko und ich sind Tags darauf in den Baumarkt gedüst und haben das passende T-Stück für 18 Euro geholt.

Soviel also zu Heinzens Sachkunde. Ich fasse also mal kurz zusammen: Keine Ahnung von nichts, große Fresse, starker Eigengeruch und schmuddeliges Äußeres. So weit, so nervig. Dazu kam dann noch eine unglaubliche Arroganz und Überheblichkeit – ständig würgte er allen Anwesenden irgendwelche Sprüche rein. Und ich glaube, niemand mochte ihn so recht. Auch erstmal kein Problem. Aber was sollen also “bitch” und “lion” im Titel dieses Blogeintrags? Das verrate ich euch …

Nicht nur, dass der Typ rumnervt ohne Ende, nein, er baggert auch noch auf allerunterstem Niveau meine Freundin an. Also, wirklich ganz niedriges Niveau. Und sehr, sehr unbeholfen. Kostprobe? Treppe, sie geht vor ihm. Er starrt ihr penetrant auf den Hintern. (Wenn die Damen vor ihm standen starrte er ihnen natürlich auf die Brüste, logisch.) Fragt dann: “Ey, sag mal, hast Du ein Red Bulld getrunken?” Sie: “?!” Er: “Du riechst nach Gummibärchen.” Ja, ne, ist klar, haste gut gemacht, Heinz. Er bot sich auch trotz ständigem Ablehnens ständig an, doch Tags darauf nochmal vorbeizuschauen. “Ich mach’ Dir ‘nen Angebot: Ich komme morgen nochmal zu Dir und dann schauen wir mal, was wir machen können.” Was ihr machen könnt? Du machst hier schon mal gar nichts in der Wohnung. Und schon gar nicht mit ihr™ und auch nicht mit Donnie Darkos Herzdame, die auch vor Ort war und angestiert wurde. Pfeife.

Wunderschön auch Heinzens Kommentar über mich: “Die in der Cordhose ist doch auch ein wenig vom anderen Ufer.” (Donnie Darko berichtete mir und meinte, er habe ein wenig kichern müssen.) Dass “die in der Cordhose” (das heisst Zunfthose, Du Depp!) die Partnerin der Dame ist, die er schon den ganzen Tag penetrant anstierte und angrub, hat er glaube ich, nicht wirklich geschnallt. Dafür aber jeder andere der uns während des Umzugs gesehen hat. Selbst die IKEA-Mitarbeiter. :mrgreen:

Die Penetranz seiner Äußerungen gepaart mit dem ständigen Anstieren meiner Freundin und der anderen weiblichen Umzugsfee führte dann dazu, dass ich wirklich kurz davor war, mal mit ihm vor die Tür zu gehen, um ihm zu erklären, dass er ein respektloses Arschloch ist. Habe ich mir aber verkniffen, man will ja auch den zweiten Umzugshelfer nicht verärgern, oder gar den Vermittler der Helfer. Also war ich brav. Bin weder “lion” noch “bitch” geworden. Und habe innerlich gebrodelt. (Und ihn anscheinend irgendwann mal total fies angerempelt, aber das wurde mir nur berichtet, ist mir selbst nicht aufgefallen. :D ) Respektlosigkeit ist nicht mein Freund. Echt nicht. Da fällt es mir wirklich, wirklich schwer mich zusammenzureißen. Habe ich aber geschafft. Bin stolz auf mich.



Von Rechtschreibung und Homophobie

Ja, in Diskussionen auf Rechtschreibprobleme hinweisen ist doof, aber hier musste ich doch sehr lachen:

Katie:
What IS it about the ubiquitous inverse relationship between gay-hating and spelling ability?

Do homophobes’ brains begin to short wire around age 7 or so when they are being taught basic grammar norms and spelling rules? Is it because the only piece of literature they’ve ever read is the Bible? (see my previous comments) Or is it that they are so overwhelmed by the conflicting feelings of sexual confusion and irrational hatred that their hands start to shake uncontrollably and they forget how to type?

(Kommentar auf Autostraddle: Surprise! White Democrats With Kids Are Responsible for Passing Prop 8! – Kursivierung von mir. hihi. Zitterhände.)



Ich will aber

Dokumentation des Elends (siehe Wikipedia):

Lebenspartner können ein Kind nicht gemeinsam adoptieren.

[...]

Rechtliche Unterschiede der Lebenspartnerschaft im Vergleich zur Ehe gibt es im Einkommenssteuerrecht. Hier fehlt eine Einbeziehung von Lebenspartnerschaften u. a. im Einkommensteuergesetz (Ehegattensplitting, Steuerklassenwahlrecht, Verdopplung des Sparer-Pauschbetrages), im 5. Vermögensbildungsgesetz, im Altersvermögensgesetz und in der Abgabenordnung.

Liebe Politiker,

könnt ihr endlich mal mit der Gleichstellung in die Puschen kommen, bitte?
Danke!

Fey

PS: Bis dahin werden wir halt selber Kinder machen, wir bösen Homos, wenn wir keine adoptieren dürfen. Das habt ihr nun davon.



Mister Döner und die Lesben

Da ich gerade schon bei “feministisch angehauchten Beschwerden” bin (siehe Blogeintrag von eben):
Am Wochenende war ja Sparrenburgfest und ich wäre nicht ich, hätte ich mich nicht in Schale geworfen und wäre in Gewandung flaniert. Nach einem kurzen Zwischenstop zu Hause (= in unserer Übergangswohnung) ging es dann in normalen Klamotten zurück, wir kauften noch eine riesige Flasche Erdbeerwein und schon war das Gelage auch schon zu Ende und wir wollten gen Heimat aufbrechen.

Zuvor allerdings überfiel uns der Hunger und so machten wir drei (sie™, eine Freundin und ich) uns auf in die Stadt. Zum Glück ist nahe der Sparrenburg mein Lieblings-Dönerschuppen, so dass ich die beiden Damen flotten Fußes dorthin lotste, wo wir dank dem Lord of the Döner noch eine große Pommes und einen Lahmacun erstanden. Wir setzten uns in der Altstadt auf ein Steintreppchen und aßen glücklich, beschlossen dabei aber, dass ein Nachtisch hermüsste. Und wie könnte es anders sein?
“Ein Eis geht immer!” dachten wir uns und so beschlossen wir, direkt eins nachzuschieben. Zum Glück befand sich unser Treppchen direkt gegenüber einer fabelhaften Eisdiele (ja, so ist Bielefeld – Döner und Eis direkt beieinander!) und so ging erst einmal nur ich zur Theke, während die Mädels auf unsere Klamotten aufpassten. Mister Döner kam dazu, als ich bestellte und sagte seiner “Kollegin” (na, die kennen sich halt gut im Lebensmittelgewerbe da!), dass sie mir doch bitte riiieeesige Kugeln kredenzen möge. Tat sie auch. Ich hatte drei Kugeln bestellt und bezahlt, aber gefühlt waren das locker fünf, so mengentechnisch. Mjam. Schon da meinte er zu mir, er hätte dafür ja nun eigentlich einen Kuss verdient. Ich überging das höflich (war ja noch harmlos), schüttelte kurz den Kopf, bedankte mich aber artig und ging zurück zu meinen Mädels. Die also ab zur Theke, wieder sorgte Mister Döner für Riesenportionen (und wieder fragte er nach einem Kuss, wie mir später berichtet wurde) und kam dann zu mir, als die Mädels noch ihr Eis bekamen.
So alleine mit mir fragte er dann nochmal, ob nicht ein Kuss angemessen wäre. Tja, aus der Geschichte kam ich anscheinend nicht mehr raus. Also Flucht nach vorne: “Da bekäme ich sicherlich Haue von meiner Freundin” entgegnete ich und hatte damit natürlich die Büchse der Pandora geöffnet. “Ooooh, ihr seid Lesben? Welche isses denn? Die blonde?” (Süß, dass er automatisch braune und blonde Haare zusammenwürfelte. :) ) Ich bejahte und daraufhin erzählte Mister Döner mir, dass er ja schon echt gerne mal mit zwei Lesben Sex hätte. Nach meinem anscheinend sehr irritierten Blick fügte er dann noch hinzu, dass das ja nicht wir sein müssten. Naja, er war trotzdem recht possierlich dabei, also meinte ich, er solle sich lieber zwei Bisexuelle suchen, die wüssten wenigstens was mit seinen Gerätschaften anzufangen, das schien ihm einzuleuchten. :mrgreen: Und dann kamen die Mädels auch schon zurück und Mister Döner verabschiedete sich dann auch.

Eine ganz typische Situation irgendwie. Klar, ich hätte nicht direkt von meiner Freundin reden müssen und hätte einfach “Nein, ich will nicht” sagen können, aber die Erfahrung zeigte bisher, dass dann Nachfragen kommen und nur eine bestehende Beziehung am Ende ein guter Grund ist, sich nicht auf sowas einzulassen. So habe ich den Weg dann direkt abgekürzt. Besagten Mister Döner meinte ich aber auch ganz gut einschätzen zu können, schließlich kaufe ich bei dem seit Jahren alle paar Monate was zu essen und er ist ein lustiger Typ.

Dennoch: Wäre es nicht er, sondern ein Fremder gewesen, dann hätte mich der direkte Hinweis auf sexuelle Wünsche wirklich mehr als nur irritiert oder gewurmt. Und während ich mich an ihn erinnere, gehe ich sicherlich in der Masse seiner Kunden mehr als unter, er hätte das also vermutlich auch jeder anderen Frau gesagt. Schon irgendwie gruselig und unangemessen, wenn Männer nach drei Minuten Gespräch schon sexuelle Phantasien mit einem teilen.
Aber Mister Döner ist halt Mister Döner, das war also irgendwie gerade noch okay …



I’m Your Man


I’m Your Man. A celebration of media clichés.

Heute ist International Day of Femslash. Hier ein Video für die Zigeunerprinzessin, die Waldelfe, Tinkerbelle und Bioschokolade, für alle anderen Mädels die hier mitlesen und wissen, dass man mit Frauen auch schönere Dinge tun kann als nur Schuhe mit ihnen kaufen zu gehen. ;)



The Real L Word, Episode 1

Oh. Ihr. Götter.

Ich kann kaum in Worte fassen, wie sehr ich The Real L Word jetzt schon liebe. Das ist mit Abstand der grauenhafteste Trash, der seit langem über die Mattscheiben flimmerte. I’m loving it! Wer The L Word furchtbar fand, der muss sich nur die erste Folge dieser Reality Show ansehen und wird zugeben: “Oh! So schlimm was das gar nicht.”*

Auf autostraddle findet sich eine Zusammenfassung der ersten “The Real L Word”-Folge, die ihr lesen solltet. Wirklich. Ich habe laut gelacht. Mehrfach. Und bin jetzt eventuell etwas heiser. Im Ernst. Lest das. LEST DAS! Ich glaube, das ist sogar dann saulustig, wenn man die Folge gar nicht gesehen hat.

* Bis auf Jenny/Shane. Das war falsch. So, so falsch.



Glee

Heute mal wieder ein Beitrag aus der Reihe “Serien, die ich ich an dieser Stelle einfach mal vorstellen muss”: Glee. Eine wahrhaft amüsante Serie aus Amerika, die jeder Mensch auf der Welt ansehen sollte. Finde ich. Beschreiben kann man sie fast nicht … vielleicht so ein wenig als “High School Musical in erwachsen und böse”. Die Schauspieler liefern alle einen tollen Job ab und ich hatte schon so einige Ohrwürmer nach dem Genuss …

Außerdem ist Sue Sylvester, gespielt von der fabelhaften Jane Lynch, ein unendlicher Quell des Frohsinns:

“You may be two of the stupidest teens I’ve ever encountered. And that’s saying something. I once taught a cheerleading seminar to a young Sarah Palin.”

“So you like showtunes. Doesn’t mean you’re gay. Just means you’re awful.”

You just gotta love hating her!

Was soll ich groß sagen? Glee ist herrlich subversiv, fantabulös queer und ausgesprochen nett anzusehen. Und ich bin sehr, sehr hingerissen von Chris Colfer. Grandiose Stimme. Und toller Kerl mit tollem Humor. (Beweise gibt’s hier.)

Und da ich nichts aus der Serie spoilern will, hier ein Video von einer der Bühnenshows:

I’m through accepting limits ’cause someone says they’re so. Some things I cannot change – but till I try, I’ll never know!