Messe-Mitbringsel

Frau Feylamia senior war wieder unterwegs, diesmal in Dortmund auf der Creativa, und natürlich gab es wieder ein tolles Geschenk für die Lieblingstochter:


Armband!!!111

Und weil da ein ähnliches Armband war, das ihr nicht hundertprozentig gefiel, hat sie mir das hier sogar direkt mal neu machen lassen. Meine Mama ist die allerallertollste. Ich kann’s nur immer wieder betonen. :)



Erwachsene und Freundschaft

Ich werde nächstes Jahr dreißig. Das bedeutet, dass ich wohl erwachsen bin. Irgendwie. Was mich am erwachsen werden am meisten stört, ist in der Regel, was von Außen so auf einen einströmt. Ich kann zum Beispiel niemandem erzählen, dass ich mich mit einer Person xyz treffe, ohne dass man mich wissend angrinst und mir ein “Ahaaaaa?” entgegenschallt. Die Freunde grinsen (entweder, weil sie erwarten, dass ich umpole, wenn ich mich mit einer Dame treffe oder weil sie erwarten, dass ich umgepolt werde, wenn’s ein Mann ist) und meine werte Frau Mutter möchte immer zuerst einmal wissen, wie alt denn xyz ist und was er oder sie beruflich macht. Frei nach dem Motto “das Kind muss doch ernährt werden” – irgendwie ja niedlich. Aber dann wieder auch nicht. Ist es wirklich so, dass platonische Freundschaften irgendwann ab Mitte 20 so unmöglich erscheinen? Ich meine, früher hat man doch auch nicht hinter jedem Damenbesuch die zukünftige Schwiegertochter erwartet und hinter jedem Mann den zukünftigen Ehemann. Oder wirke ich einfach so heiratswillig, dass man sich nicht vorstellen kann, dass ich Kontakt zu Menschen pflege, die mir nicht bei nächster Gelegenheit ein güldenes Band um den Finger legen und dabei “MEINS!” schreien? Ich werde das mal genauer beleuchten müssen.

(Mit diesem Eintrag möchte ich natürlich nicht unterstellen, die morgen zu besuchende Person xyz wäre kein Hochzeitsmaterial. Du bist natürlich das schönste Wesen diesseits des Nebelgebirges. ;) )



Meine Mama ist die tollste Mutter der Welt

Es hat ja geradezu unglaubliche Vorteile, dass meine Eltern Christen sind. Sie feiern zum Beispiel christliche Feste, passen aber hier und da die Traditionen ein wenig an. Ostern gibt es beispielweise statt Eiern und christlichem Schnickschnack seit Jahren Geschenke. Und dieses Jahr ein ganz besonderes. Meine Mutter eröffnete mir eben freudestrahlend, dass bei amazon der eine Ring in der Titan Blackline Ausführung in manchen Größen heruntergesetzt ist. Unter anderem auch in Größe 52 (16.6).
Dazu muss man wissen, dass ich mir den einen Ring in Größe 54 (17.2) in der normalen Titanausführung selber schenkte, nachdem ich meine Semipseudoverlobung™ mit T. gelöst hatte, weil mein Ringfinger sich so nackt anfühlte. Aber der ist mir mittlerweile doch etwas groß.
Und jetzt bekomme ich zu Ostern eben den schwarzen Ring in 52. Yippieh! (Und ja, ich weiss, dass ich Streichholzfingerchen habe, die nicht zu meiner walkürenhaften Statur passen. ;) )

Das alleine ist ja schon toll, aber noch besser ist die Tatsache, dass meine Mutter auf die Frage, ob sie ihn denn auch ganz gollummäßig bzw. österlich vor mir verstecken würde, erwiderte, dass sie ihn in den Schicksalsberg werfen würde. Geekmum ftw!



Spongebob singt und Mutter erzählt Witze

Ich muss das einfach auch nochmal bloggen. Weil’s so schön ist. Beim “eh eh eh” muss ich immer kichern. :D Spongebob singt “Apologize”:

Außerdem brachte meine Mutter heute von der Arbeit einen Witz mit:

Wo steht es, wenn ein Mann seine Frau umbringt? In der Bild.
Und wo steht es, wenn eine Frau ihren Mann umbringt? In “Schöner Wohnen”.

Da musste ich dann auch etwas kichern, zumal der Witzeerzähler selber mir bekannt und männlich ist. :D



Stammesfahrt 2010

Tube Dentagard: 0,50c
Blasenpflaster: 3,00€
Fahrtenbeitrag: 35€
bester Singewettstreit der Stammesgeschichte: unbezahlbar

Dieses Wochenende waren wir im Land der fliegenden Affen unterwegs und haben mit Mut, Herz und Verstand der kleinen Dorothy den Weg nach Hause gezeigt. Das Wochenende lief rund, alles funktionierte und die wilde blau-gelbe Meute hatte trotz teilweise nicht ganz angemessener Kleidung mächtig Spaß im Schnee. Wieder und wieder. (Und ich habe einen persönlichen Rekord anzumelden: Ich habe es insgesamt bestimmt auf acht oder neun Stunden Schlaf gebracht, was eine wirklich gute Quote ist. Dafür habe ich allerdings die spätnächtliche Werwolfrunde verpasst, was mich ein wenig wurmt. Aber ich werde halt auch nicht jünger.)
Versprechen wurden abgelegt, Tschai wurde getrunken, Freundschaften wurden neu geschlossen (für den einen oder anderen Kleinen war es die erste Fahrt) oder gefestigt und den krönenden Abschluss des Samstagabends bot dann unser stammesinterner Singewettstreit. Die Qualität der Beiträge hat sich in den letzten Jahren immer wieder gesteigert, aber dieses Jahr war klasse – ich hatte teilweise wirklich Pipi in den Augen. Die Jungs, die auf Kaperfahrt wollten, trugen mächtige Bärte zur Schau (ho ho ho!), die Mädels, die zärtlich “Abends treten Elche” hauchten, haben mich schier umgehauen, bei “Panama” hat der Boden gebebt und bei “Oj dortn” wurde zur unser aller Überraschung eine Geige ausgepackt. Hut ab, extra für den Singewettstreit ein Stück auf der Geige zu lernen ist echter Einsatz. (Mal ganz davon abgesehen, dass die gesangliche Darbietung selbigen Stückes mich sehr, sehr ergriffen hat.)

Seit nunmehr knapp achtzehn Jahren darf ich Teil dieses Stammes sein, zuerst als Jungpfadfinder, dann Pfadfinder und Ranger, nicht zuletzt war ich auch mit Leib und Seele Meutenführerin. Es gab Zeiten, da hat meine Runde den Stamm alleine schmeissen müssen. Zu sehen, dass wir das wacklige Fundament gefestigt haben und nun mit einer großen Meute, vier Sippen und zwei Runden auf Stammesfahrt waren und dieses Jahr erstmals(?) vier Delegierte zur Landesversammlung schicken, macht mich unglaublich glücklich. Wahnsinn. Ich bin gerne große Schwester in diesem Kreis. Danke!



Spaß mit Genen und Vergessen

Nachdem mein Vater eben mal wieder ein linguistische Meisterleistung vollbrachte, habe ich mal wieder begonnen, zu googlen.

ALZHEIMER KRANKHEIT (DAT)

  • Häufigste Form der Demenz
  • Erkrankungsalter streut um 7. Lebensjahrzehnt
  • Frauen häufiger betroffen als Männer
  • Symptomatik: schwere Merkstörung bei gut erhaltener Persönlichkeit, im weiteren Verlauf auch Aphasie, räumliche Orientierungsstörung, Wahrnehmungsstörung
  • Kortikale Atrophie, zuerst parietotemporale und mediobasale temporale Region, später auch Frontallappen, Okzipetallappen und Kleinhirn kaum verändert, vermehrt extrazelluläre Plaques,
  • reduzierte Konzentration kortikalen Acetylcholiens => verminderte Aktivität des noradrenergen und serotonergen Systems (Zellverlust im Locus coeruleus)
  • Zusammenhang zw. Biochemischen Befunden und Ausbildung der Demenz noch nicht ausreichend geklärt

Quelle: DEMENZ (sieht aus, als wärs ein studentisches Referat)

Morbus Parkinson tritt verstärkt in Verbindung mit Demenz auf, die Parkinsondiagnose hat mein Vater schon vor etlichen Jahren bekommen. Er hat einen Tremor im Kopf, der mal mehr, mal weniger ausgeprägt ist.

Ich beobachte Merkstörungen schon seit zig Jahren, Orientierungsstörungen sind auch seit einigen Jahren vorhanden. Soweit ich das beurteilen kann, ist definitiv auch Aphasie mit im Spiel, letztere ist gerade dieses Jahr deutlich stärker geworden. Allerdings, und das macht die Sache kompliziert, kommt das beim Neurologen meines Vaters nicht an, daher gibt es auch immer noch keine Alzheimer- bzw. Demenzdiagnose und somit keine Medikation. Das macht mir ein wenig Angst und nervt mich auch.

Interessant für mich: Meine Großmutter väterlicherseits hatte Alzheimer, mein Vater scheint es auch zu haben, realistisch gesehen habe ich gute Chancen, den Spaß mitzubekommen. Bei immerhin 70% der Betroffenen der Familiäre Alzheimer Demenz (FAD) gibt es eine Genmutation. Ich kann also durch einen Test eventuell gucken, wie’s bei mir aussieht, und dann entsprechend vorsorgen. (So richtig viele Alternativen gibt es da allerdings nicht. Entweder jede Menge Geld für ein super Heim sparen – denn aktuell glaube ich nicht, dass ich im Alter eine Familie haben werden, die mich pflegen kann – oder eine Pistole kaufen und dann früh genug selbst Hand anlegen, bevor ich anfange, den Menschen um mich herum nur noch Schmerzen zu bereiten.)



Die Stereoanlage des Grauens

Heute habe ich eine weitere Stunde meines Lebens an Vaters Anlage verschwendet. Er beschloss jetzt nämlich, dass er sein altes Tonbandgerät anschließen muss. Nicht nur, dass er zwanzig Jahre alte Aufnahmen von Radioweihnachtskonzerten abspielen möchte, nein, er besteht auch darauf, dass er selbige auch aufnehmen können will. Also musste ein neues Spezialkabel her. Soweit so gut. Er hat dann direkt mal noch ein Monitorkabel mitbestellt, weil sein Tonbandgerät dafür ja einen Ausgang hat. Als ich ihm erklärte, dass das allerdings nicht bringt, weil sein Verstärker keinen entsprechenden Eingang hat, folgte Unverständnis. Dann versuchte er mich auf zig Arten zu überreden, das Monitorkabel doch an anderen Eingängen anzuschließen. Er hat allerdings keine freien Eingänge mehr und selbst wenn würde das ja nichts bringen. So richtig verständlich machen konnte ich ihm das aber nicht.

Im Endeffekt auch nicht so wichtig, denn das Tonbandgerät funktioniert gar nicht. Er versicherte mir, er habe es vor Bestellung der Kabel ausgiebig getestet. Aber er versicherte mir gestern auch eine halbe Stunde, nachdem ich hörte wie er den Hund aus dem Garten ins Haus liess, dass ich das Hoftor (er meinte die Küchentür) offengelassen hätte (durch selbige erlangte der Herr Hund unter seiner führenden Hand Zutritt ins Haus). Ich war nur die ganze Zeit in meinem Zimmer. Hmmmm. ;)

Er baut von Monat zu Monat mehr ab, das macht mich traurig und wütend zugleich, weil ich das Gefühl habe, ihm in keinerlei Weise mehr gerecht werden zu können, ohne eine Ausbildung in irgendeinem Pflegeberuf zu machen. Meh.



Leben mit der Krankheit

Ich habe eben die Stereoanlage für meinen Vater richtig eingestellt und alle Steckverbindungen richtig eingestöpselt, weil er das eben alles nicht mehr so richtig kann. Zum sechzehnten Mal diesen Monat. Dann habe ich den Raum verlassen, bin in den Keller gegangen und vier Minuten später wiedergekommen – schon war die Anlage wieder rausgezogen aus dem HiFi-Schrank. “Ich hab nichts gemacht.” Nur dass der Plattenspieler, der vier Minuten vorher lief, nicht mehr ging. Und ich ihn auch nicht wirklich zum Laufen bekommen habe.
Den ganzen Beitrag lesen »



Ein Brief an Dich, den Du nie lesen können wirst

Ich kann eine ganze Menge Dinge ganz gut und eine ganze Menge nicht so gut. Etwas, das ich nicht gut kann, ist Dinge ungesagt lassen. Das macht mich wahnsinnig. Wenn ich nicht das Gefühl habe, dass Dinge geklärt sind, dann kann ich nicht essen, nicht schlafen und nicht denken.

Ich habe mich lange gefragt, warum das so ist. Ich glaube, ich weiss jetzt warum. Es gab einen Menschen, dem ich noch unendlich viel hätte sagen wollen und müssen. Dich. Ich war zu jung um zu verstehen, dass ich nicht mehr viel Zeit habe. Zwanzig Jahre ist es jetzt her, dass Du von uns gegangen bist – viel zu früh und doch war es irgendwo eine Erleichterung, weil Du so gelitten hast. Du hast mir viel beigebracht und ich hätte gerne noch viel Zeit mit Dir verbracht. Den Mauerfall hast Du nicht mehr erleben dürfen, genau wie meine Konfirmation und mein Abitur. Du wirst nie wissen, dass ich lesbisch bin und was aus mir geworden ist. Und auch Deine Urenkelkinder wirst Du nie kennenlernen. Vor ein paar Tagen habe ich die Kleine gesehen und ich glaube, sie sieht ein wenig aus wie Du. Das hätte Dir sicher gefallen. Du fehlst mir jeden Tag und ich werde mir wohl nie verzeihen, dass ich mich nicht ins Krankenhaus an Dein Bett geschlichen habe, um mich zu verabschieden. Ich hatte Dir noch so viel zu sagen, das jetzt für immer ungesagt bleiben muss.
Nach Deinem Tod war alles anders und doch hat sich irgendwann wieder Normalität eingeschlichen. Doch eine Sache ist tief in mir geblieben: Ich kläre die Dinge so schnell wie möglich, denn “Morgen” kann morgen schon zu spät gewesen sein. Du fehlst mir.

Was bedeutet das für mich und mein Leben? Gute Frage. Ich denke, ich muss gut auf mich aufpassen, denn zu schnell hängt man sein Herz an Menschen, die anders sind, und wird verletzt.



Homo-Paare, Adoption und Propaganda in der Welt

Gerade per Email erhalten:

Hallo an alle,

habe soeben den folgenden Link zugeschickt bekommen und und die darin enthaltene Propaganda entdeckt:

“Die “Welt online” macht wieder eine Umfrage. Diesmal unterstützt sie journalistisch die CDU/CSU-Position kontra Adoptionsrecht für Lesben und Schwule.
Vor allem Konservative und Rechte nutzen derartige Umfragen gern argumentativ. Mit derartigen Artikeln und Umfragen wird indirekt suggeriert, dass gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften nicht gleichwertig, sondern minderwertig seien.

Folgt doch einfach mal dem folgenden Link – mit der Bitte um Abstimmung und Weiterleitung!

http://tinyurl.com/lkm92r

Danke!

Meine Lieblingsstelle aus dem Welt-Artikel ist die hier:

Und genau hier setzt Zypries an: Sie meint, Mutter und Vater sind einfach nur zwei Erziehungsberechtigte, austauschbar durch zwei Mütter oder zwei Väter. Oder vielleicht, wenn man den Gedanken weiter treibt, durch eine stabile Dreierbeziehung oder eine stabile Wohngemeinschaft.

Sehr subtil. Noch schöner wäre gewesen, wenn man irgendwie noch eingestreut hätte, dass man, wenn man Homosexualität okay findet, ja eigentlich auch mit dem Zeugen von Kindern durch erwachsene Geschwister und Nekrophilie, so der Tote im Testament zugestimmt hat, einverstanden sein müsste. Da wäre dann nochmal richtig Biss drin gewesen. ;)

Aber im Ernst: Es gibt weiß Gott genug Studien, die belegen, dass die einzigen Probleme, die durch die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare eventuell für das Kind entstehen, Diskriminierung vom Umfeld ist. Diskriminierung durch Menschen wie die Welt-Leser, die mit “nein” abstimmen, und durch ihre Kinder. (Die meisten Studien scheinen, wenn ich mich recht entsinne, sogar davon zu sprechen, dass Kinder aus homosexuellen Beziehungen gefestigter sein – kein Wunder, müssen sie sich doch im schlimmsten Fall ständig für ihre Eltern rechtfertigen.) Doch anstatt an seinen eigenen Vorurteilen zu arbeiten und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, will man anderen Rechte versagen, die man für sich selbst als selbstverständlich ansieht. Typisch deutsch? Vermutlich. Scheiße? Definitiv.

Interessant auch, wie in der Welt die genauen Ergebnisse der Studie verschwiegen werden. Vorsichtshalber. In anderen Medien darf man aber mehr lesen …

Süddeutsche:

Aus der Befragung von etwa 700 Kindern und deren Eltern ergab sich weiter, dass es sich in den meisten Fällen um eine Partnerschaft von zwei Frauen handelt. Viele entscheiden sich für eine künstliche Befruchtung und nehmen häufig die Hilfe schwuler Freunde in Anspruch. Nur in 5,5 Prozent der Fälle teilen sich zwei Männer die Elternschaft.

In der Studie werden Schätzungen zitiert, wonach es in Deutschland mittlerweile sogar mehr als 12.000 Heranwachsende in “Regenbogenfamilien” gibt. Etwa 2200 Kinder wachsen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft auf, wie sie seit 2001 möglich ist. Der Studie zufolge sind “Regenbogeneltern” genauso gute Eltern wie andere. Auch fänden sich keine Anhaltspunkte für eine höhere Neigung zu Depressionen. Hänseleien von anderen Kindern (“Du hast ja gar keinen Papa”) steckten “Regenbogenkinder” gut weg.

FAZ:

Die am Donnerstag vorgestellte Studie unter Leitung des Instituts für Familienforschung an der Universität Bamberg ergab, dass das klassische Rollenmodell für ein gutes Aufwachsen der Kinder nicht nötig ist. Entscheidend ist vielmehr die gute Beziehung zwischen Eltern und Kind. Eine Mehrheit der Kinder (63 Prozent aus Sicht der Eltern, 53 Prozent aus Sicht der Kinder) hat überdies keine Diskriminierung erfahren. Wenn es diese gibt, äußert sie sich vorwiegend in Hänseleien und Beschimpfungen.

Für die erste Studie zur Lebenssituation dieser Kinder wurden alle rund 14.000 Paare mit eingetragenen Lebenspartnerschaften in Deutschland kontaktiert. Untersucht wurden schließlich Familien mit insgesamt knapp 700 Kindern.

Und in der Studie selbst findet man diese Schmankerl:

Die befragten Eltern in LP wie auch deren Partner(innen) und die externen anderen Elternteile weisen in verschiedener Hinsicht besondere Charakteristika auf. Bezeichnend ist ein hohes Bildungsniveau – 58% der Personen in LP haben Abitur – einhergehend mit hohen beruflichen Qualifikationen; 45% besitzen die einen (Fach)-Hochschulabschluss, während der Anteil von Arbeiter(inne)n gering ist (6%). Auch die Kinder werden überproportional häufig an höheren Schulen ausgebildet, beispielsweise besuchen 38% ein Gymnasium, aber nur knapp 13% der Kinder besuchen eine Hauptschule.

[...]

Die Ergebnisse zeigen, dass sich Kinder und Jugendliche aus LP in Bezug auf die Beziehungsqualität zu beiden Elternteilen und in ihrer psychischen Anpassung von Kindern und Jugendlichen, die in anderen Familienformen aufwachsen, nur wenig unterscheiden. Gleiches gilt für Konflikte zwischen den Partner(inne)n in der LP sowie für Auseinandersetzungen mit dem externen Elternteil. Signifikante Unterschiede fanden sich dahingehend, dass Kinder und Jugendliche aus LP über ein höheres Selbstwertgefühl und über mehr Autonomie in der Beziehung zu beiden Elternteilen berichteten als Gleichaltrige in anderen Familienformen.
Die Ergebnisse der Kinderstudie legen in der Zusammenschau nahe, dass sich Kinder und Jugendliche in Regenbogenfamilien ebenso gut entwickeln wie Kinder in anderen Familienformen. Unabhängig von der Familienform wirken sehr ähnliche Einflussfaktoren. Entscheidend für die Entwicklung der Kinder ist nicht die Struktur der Familie, sondern die Qualität der innerfamilialen Beziehungen. Für die betrachteten Entwicklungsdimensionen von Kindern und Jugendlichen erwies es sich somit als nicht bedeutsam, ob sie bei einem allein erziehenden Elternteil, zwei Müttern oder Vätern oder bei Vater und Mutter aufwachsen, sondern wie die Beziehungsqualität in diesen Familien ist.

Aber das wird von den Konservativen gerne unterschlagen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Ich persönlich fänds ein wenig toll, wenn meine Frau, unser Kind und ich später gleichgestellt wären. Wenn mein Kind in Deutschland dann allerdings rechtlich immer noch als weniger schützenswert behandelt wird als das heterosexueller Eltern, dann muss es auch nicht zwingend in diesem Land aufwachsen. Zum Glück bin ich da ansatzweise flexibel.

Mehr Lesen? Da: