Zitat des Tages: Der französische Bürger ist ungehalten

Doch der französische Bürger ist ungehalten. Ehe zwischen Menschen. Das geht ja gar nicht. Da steht er auf, da geht er auf die Straße, da geht er auf die Knie und fleht um Demokratie.

- Sibylle Berg, Spiegel Online

Die Absurdität von Homophobie erschlägt mich manchmal …



Zitat des Tages: erzwungende Uniformität

Mamberti erklärte, dass das Gericht mit seiner Entscheidung die Freiheit des Gewissens eingeschränkt habe: “Es besteht das Risiko, dass moralischer Relativismus, der sich selbst als neue soziale Norm etabliert, die Fundamente der Gewissensfreiheit des Einzelnen und der Religion unterläuft”, erklärte der 60-Jährige. “Was moralisch kontroverse Themen wie Abtreibung und Homosexualität angeht, muss das Gewissen respektiert werden”. Die Gewissens- und Religionsfreiheit seien “kein Hindernis bei der Errichtung einer toleranten Gesellschaft”, sondern “eine Grundbedingung für deren Aufbau”. Er warnte vor einer “Diktatur des Relativismus”, vor “Intoleranz” gegenüber gläubigen Menschen und “erzwungener Uniformität”.

Quelle: queer.de

Dass der Mensch, der im Vatikan für die Beziehungen des Vatikans zu anderen Staaten verantwortlich ist, die Homoehe kritisiert, weil dadurch eine erzwungene Uniformität entstehen könnte, besticht ja durchaus durch eine gewisse Ironie. Noch schöner finde ich fast, dass eine Gleichberechtigung von Homosexuellen Menschen laut dem Erzbischoff anscheinend Intoleranz gegenüber gläubigen Menschen darstellt. Merken Sie selber, Herr Mamberti, ne? Merken Sie selber.



“Homosexuelle kriegen biologisch keine Kinder”

Das sagt zumindest Franz Josef Wagner von der Bild. Ich kann ihn aber beruhigen: Meine Frauenärztin meinte bei meinem letzten Mal, bei mir wäre alles in Ordnung. Ich kann also biologisch Kinder kriegen. Alles gut. :)



Homophobiefreie Hühnchenstulle

Wer das Internetz derzeit aufmerksam liest, der wird auf Regenbogenseiten immer mal wieder über die amerikanische Fast-Food-Kette Chick-fil-A stolpern, die derzeit Schlagzeilen macht, weil sie ihr Geld gerne an Organisationen verpulvert, die Homosexuelle schäbig finden und ihre rechtliche Gleichstellung verhindern wollen.

Die amerikanische Bloggerin-und-Küchenfee Hilah hat nun ihre eigene Version des Klassikers kreiert, die man auch prima mit zum CSD oder zur künstlichen Befruchtung in der Kinderwunschklinik nehmen kann. Läuft!

Meine Frau berichtete mir, dass sie drüben als Teen immer gerne die Chicken Sandwiches verputzt hat, deswegen freue ich mich schon darauf, bei Gelegenheit mit ihr unsere eigenen zu machen. Nom.

(Was ich übrigens bemerkenswert finde: Es handelt sich um einen Hühnchenburger. Ohne Mayonnaise. Ich glaube, das habe ich vorher noch nie gesehen …)



Homosexualität und Pfadfinderei

Die Boyscouts of America haben nun ganz offiziell nach zweijähriger Prüfung bestätigt, dass homosexuelle Pfadfinder bei ihnen nicht gewünscht sind, weil sie unmoralisch sind. Und alle reden drüber. (Darauf, dass hierzulande fast niemand versteht, welchen Stellenwert die BSA in der amerikanischen Kultur einnehmen und welche Auswirkungen es hat, wenn die BSA sagen, Homosexuelle könnten keine ordentlichen Gruppenführer sein, gehe ich hier mal nicht näher ein.)

Mir hat mal jemand in blau-gelbem Halstuch auf einem “Alles Drin” gesagt, wenn ich in Kluft auf einen Christopher Street Day gehen würde, dann könne er ja auch in Kluft an einem Naziaufmarsch teilnehmen. Pfadfinderei solle nichts mit Politik zu tun haben und nichts mit Sex. Es saßen so einige Leute drumherum, von denen keiner widersprach. (Ich verließ wortlos die Kohte.)

Ich frage mich, ob ich einfach nur den falschen Umgang innerhalb meines Bundes hegte oder ob sich die Dinge wirklich wandeln. Denn wenn ich mir so angucke, was sich in meiner Timeline bei facebook und twitter jeweils so tut, dann hege ich die Hoffnung, dass wirklich Wandel im Gange ist. Wenn ich dann jedoch im Pfadfindertreffpunkt lese, dann befürchte ich allerdings, dass man den in der Form so höchstens in den Ringverbänden findet. Und selbst da ist “naja, sollen die Leute halt nicht drüber reden” eine ganz verbreitete Einstellung. Das wird sicherlich gut funktionieren, wenn alle darüber reden, was sie nach dem Lager noch so mit ihrer Familie geplant haben …

Mal als gute Faustregel: Vergesst eure eigenen Vorurteile und denkt an die Kinder und Jugendlichen, denen ihr euch verpflichtet. Statistisch gesehen sind ist jeder 10. bis 20. von denen homo- oder bisexuell. Wollt ihr ihnen wirklich das Gefühl geben, dass sie nicht so offen über ihr Leben reden dürfen wie die heterosexuellen Pfadfinder? Ich hoffe nicht.



Liebe Dudenredaktion

Gerade bin ich hierüber gestolpert:

Lie­be, die
Wortart: Substantiv, feminin

[...]
auf starker körperlicher, geistiger, seelischer Anziehung beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen [des anderen Geschlechts], verbunden mit dem Wunsch nach Zusammensein, Hingabe o.?Ä.
[...]

Das “[des anderen Geschlechts]” könnte man doch langsam eigentlich mal löschen, oder? Wir schreiben immerhin das Jahr 2012. ;)



Hosentaschenhomophobie für Dämonenjäger

Ich wusste gerade kurz nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Entschied mich aber fürs Lachen … Ich bin nämlich gerade in einem Forum über folgende Aussage gestolpert:

Ich finde es toll, dass homosexuelle-Beziehungen angeboten werden (wurde ja auch mal langsam Zeit), aber ich bleibe lieber bei meinen “Real-Vorlieben” und spiele eine Frau die was mit einem Kerl hat. Polygamie kann ich mir ja noch vorstellen :D , aber lesbische Liebe ist einfach “zuviel”.

Für epische Schlachten mit Ogern und Drachen und dafür, dass Menschen tapfere Krieger werden indem sie Dämonenblut trinken, dafür reicht die Fantasie. Aber bei lesbischer Liebe hört es auf … :mrgreen:



Radio Bielefeld und die Schwuchteln …

Heute Morgen ging es bei Radio Bielefeld wie schon die ganze Woche um das Thema „love me gender“. Klischees über Männer und Frauen wurden ausgegraben und vom Moderatorenteam radiotauglich aufbereitet. Ich fand es generell nicht sonderlich gelungen, aber gut, kann man machen. Aber wie ich jetzt mitbekam, hat Radio Bielefeld zwischendurch mal den Vogel abgeschossen.

Heute Morgen wurden O-Töne eingespielt, die im Rahmen einer Umstylingaktion aufgenommen wurden. Moderator und Moderatorin wurden entsprechend des anderen Geschlechts gestylt und der Öffentlichkeit präsentiert.

Eine der Reaktionen war folgende:

Moderator: „Was dachten Sie im ersten Moment?“
Passant: „Ja, Schwuchtel.“

Da sagt also jemand ein menschenverachtendes Wort und das rutscht einfach so durch? Ohne irgendeinen Kommentar der Moderatoren?

Fragt sich, ob Radio Bielefeld das so auch gesendet hätte, wenn jemand dunkler geschminkt worden wäre und der Passant das Wort „Kanacke“ oder „Neger“ verwendet hätte.

So viel also zu dem Thema, ob die Bevölkerung oder die Medien irgendwie toleranter oder sensibler im Umgang mit bestimmten Worten sind, wenn sie in einer Stadt mit einem schwulen Bürgermeister residieren …

Berlin? Ick versteh Dir!



Katy Perry …

Es ist ja kein Geheimnis: So ein wenig verachte ich das, was man gemeinhin unter Homosexuellen “die Bielefelder Szene” nennt. Nicht, weil da Menschen anders sind als ich – von mir aus kann jeder seine Identität so ausleben, wie er will, so lange er dabei niemandem wehtut. Aber jetzt ist bald wieder der Christopher Street Day und ich zweifle keine Minute lang daran, dass wieder Katy Perry gespielt wird. Und irgendwelche Schafe wieder so richtiiiiig abgehen, weil Katy ja eine von uns ist und so.

Dazu kann man nur eines sagen:

Bei autostraddle könnt ihr nachlesen, was sich die Frau mal wieder geleistet hat. Unglaublich. Gah.



Niki Lauda und die Schwulen

Ich zitiere einfach mal:

Ich bin empört, dass sich der öffentlich-rechtliche ORF, der ja von unser aller Gebühren finanziert wird, aus reiner Quotengeilheit dafür hergibt, schwules Tanzen zu propagieren. Es gibt so was wie gute Traditionen in unserer Kultur – dazu gehört, dass Männer mit Frauen tanzen. Bald kommt die Zeit, da werden wir uns noch alle öffentlich dafür entschuldigen, dass wir heterosexuell sind.
[...]
Ich will nicht, dass meine Kinder im ORF sehen, dass ein Mann mit einem Mann tanzt – und dass sie glauben, das nachmachen zu müssen. Seit Jahrhunderten tanzen Männer mit Frauen in unserer Kultur – und das soll man nicht kaputt machen. Quote ist nicht alles im Leben.
[...]
Dass es nicht Aufgabe des ORF ist, der Jugend einen schwulen Tanzstil „Mann tanzt mit Mann“ zu propagieren, den es in Wahrheit nirgends gibt. Es tanzt ja nirgendwo ein Mann mit einem Mann – in keiner Disco, auf keinem Ball –, nur im ORF, weil der damit Quote schinden will.
[...]
Das Schöne am Tanzen ist doch, dass Männer mit Frauen tanzen.
[...]
Und ich will nicht, dass tanzende Schwule wie Alfons Haider Vorbild für die Jugend sind. Ich will auch nicht, dass ich mich eines Tages dafür entschuldigen muss, dass ich heterosexuell bin.

Quelle: oe24.at

Ich fasse zusammen:

  • Niki Lauda meint, dass das Zeigen von Homosexuellen im Fernsehen irgendwie dazu führt, dass sich Heterosexuelle für ihre sexuelle Ausrichtung entschuldigen müssten.
  • Niki Lauda hat keine Ahnung von Geschichte. (Immer wieder tanzten Männer mit Männern und Frauen mit Frauen.)
  • Niki Lauda war schon eine Weile nicht mehr in Discos (da tanzen Schwule miteinander …), kennt keine Boy Groups und hat noch nie was von Sirtaki oder Schuhplattler gehört (da tanzen sogar heterosexuelle Männer miteinander) und weiss nichts von Riverdance (wieder Männer – ach Du meine Güte!). Ich glaube, er wohnt sehr abgeschieden und besitzt eigentlich gar keinen Fernseher …
  • Niki Lauda hat seine Kinder so schlecht erzogen, dass sie alles, aber auch alles, was im Fernsehen gezeigt wird nachmachen und als Vorbild sehen.

Eine Hasstirade von Niki Lauda gegen Girl Groups, Jazz- und Balletttänzerinnen fand ich leider nicht. Dabei tanzen doch da oft keine Männer mit, also ist das gegen die Mann-Frau-Natur des Tanzes. Ist ihm vermutlich nicht aufgefallen. Naja, kann ja mal passieren. :)