{"id":2151,"date":"2010-02-14T13:04:29","date_gmt":"2010-02-14T12:04:29","guid":{"rendered":"http:\/\/feylamia.net\/blog\/?p=2151"},"modified":"2010-02-14T14:36:17","modified_gmt":"2010-02-14T13:36:17","slug":"valentinstags-spezial-gedanken-ueber-beziehungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/feylamia.net\/blog\/2010\/02\/14\/valentinstags-spezial-gedanken-ueber-beziehungen\/","title":{"rendered":"Valentinstags-Spezial: Gedanken &#252;ber Beziehungen"},"content":{"rendered":"<p>Von &#252;berall werde ich mit Valentinstagswerbung, -gr&#252;&#223;en, -SMS-Nachrichten und so weiter bombardiert. Das nehm ich dann mal zum Anlass, ein wenig &#252;ber die Liebe und das Umgehen mit ihr zu schreiben. Achtung, dazu habe ich eine Menge zu sagen, ich stehe ja gerne auf der Seifenkiste, ne. <img src=\"https:\/\/feylamia.net\/blog\/wp-includes\/images\/smilies\/mrgreen.png\" alt=\":mrgreen:\" class=\"wp-smiley\" style=\"height: 1em; max-height: 1em;\" \/><\/p>\n<p><!--more--><\/p>\n<p>Ich pers&#246;nlich habe das ziemlich gut raus, mich in Frauen zu vergucken, &#8230;<\/p>\n<ul>\n<li>&#8230; die Probleme mit ganz wichtigen Teilen meines Selbstverst&#228;ndnisses haben.<\/li>\n<li>&#8230; die mich benutzen, um sich selbst aufzuwerten und besser zu f&#252;hlen.<\/li>\n<li>&#8230; die das mit Frauen nur mal ausprobieren wollen und dann feststellen, dass das ja vielleicht doch irgendwie kompliziert sein k&#246;nnte.<\/li>\n<li>&#8230; bei denen ich ein schlechtes erstes Bauchgef&#252;hl hatte.<\/li>\n<\/ul>\n<p>Im schlimmsten Fall sogar in welche, bei denen das alles zutrifft. (Oh my!) Das l&#228;sst nat&#252;rlich jetzt erstmal R&#252;ckschl&#252;sse zu: Ich bin ein bisschen treudoof und glaube immer an &#8222;das Gute&#8220; im Menschen und geben jedem eine Chance, den ersten Eindruck zu revidieren, egal wie doof das eigentlich ist.<\/p>\n<p>Gl&#252;cklicherweise habe ich au&#223;erdem die Angewohnheit, nicht von Beziehung zu Beziehung zu h&#252;pfen und mir meiner Gef&#252;hle relativ sicher zu sein, bevor ich eine Partnerschaft eingehe. (Puh! Das sch&#252;tzt schon mal ein wenig, auch wenn nat&#252;rlich auch ich schon unangenehme Erfahrungen gemacht habe.) Ich kenne aber auch Menschen, die sich ganz pragmatisch &#252;berlegen &#8222;Ach Mensch, XYZ passt eigentlich ganz gut zu mir und ich finde ihn\/sie ziemlich nett, probieren wir das mal&#8220; &#8211; das kann ich absolut nicht. (Und muss zu meiner Schande gestehen, dass ich auch die Beziehungen solcher Menschen nie so richtig nachvollziehen oder ernstnehmen kann, weil das so Zweckgeschichten sind. Ich bem&#252;he mich aber redlich.)<\/p>\n<p>Kurzum: Ich bin ein hoffnungsloser Romantiker. Meine Traumfrau soll mich bitte im Supermarkt mit dem Einkaufswagen umfahren, mir aufhelfen, mir in die Augen schauen und *WUMMS* himmlische Harfen spielen, Schmetterlinge lassen Feenstaub auf uns rieseln, es ist Liebe auf den ersten Blick. So stelle ich mir das vor, jawohl. Eine kosmische Verbindung. Den Teil von sich selbst finden, der vorher gefehlt hat. Das ganze kitschige Programm. Inklusive ewiger Liebe, Haus, Baum, Kind und Hund.<\/p>\n<p>Meistens kommt es dann aber doch ein wenig anders und es gibt die ewige Liebe sondern nur eine Beziehung &#252;ber <em>n<\/em> Jahre oder Monate, dann entwickeln sich Dinge erst sch&#246;n und dann nicht mehr so sch&#246;n. Und oft kann man dann auch nicht auf den anderen Menschen sauer sein, auch wenn er Fehler gemacht hat. Viele Menschen k&#246;nnen sich n&#228;mlich prima selbst bel&#252;gen. Und wenn sie das gut machen, dann bemerken sie es selbst nicht und dann bemerkt man es selbst vielleicht auch nicht. Und wie soll man einem Menschen das zum Vorwurf machen? F&#228;llt mir pers&#246;nlich zumindest eher schwer.<br \/>\nDas Ende tut dann beiden weh &#8211; dem, der (mehr) geliebt hat, ja sowieso, aber dem Anderen auch, weil er sich mit seinen schlechteren Seiten auseinander setzen muss(te).<br \/>\nAber <em>so richtig<\/em> daraus lernen tut trotzdem niemand. Und das ist auch vermutlich auch gut so, denn sonst w&#252;rde niemand mehr einem neuen Partner eine Chance geben und das w&#228;re ja nun auch wieder sehr traurig. Es gibt da ja dieses kitschige englische Sprichwort &#8222;Dance like nobody&#8217;s watching; love like you&#8217;ve never been hurt. Sing like nobody&#8217;s listening; live like it&#8217;s heaven on earth.&#8220; Da ist wirklich was dran, sch&#228;tze ich.<\/p>\n<blockquote><p>Girls are taught a lot of stuff growing up. If a guy punches you he likes you. Never try to trim your own bangs and someday you will meet a wonderful guy and get your very own happy ending. Every movie we see, every story we&#8217;re told implores us to wait for it, the third act twist, the unexpected declaration of love, the exception to the rule. But sometimes we&#8217;re so focused on finding our happy ending we don&#8217;t learn how to read the signs. How to tell from the ones who want us and the ones who don&#8217;t, the ones who will stay and the ones who will leave. And maybe a happy ending doesn&#8217;t include a guy, maybe&#8230; it&#8217;s you, on your own, picking up the pieces and starting over, freeing yourself up for something better in the future. Maybe the happy ending is&#8230; just&#8230; moving on. Or maybe the happy ending is this, knowing after all the unreturned phone calls, broken-hearts, through the blunders and misread signals, through all the pain and embarrassment you never gave up hope.<\/p>\n<p><strong>&#8211; Gigi (He&#8217;s Just Not That Into You)<\/strong><\/p><\/blockquote>\n<p>Das hat sie wundersch&#246;n gesagt und das spiegelt auch ganz gut meine Einstellung wider. Ich glaub halt einfach an das Gute im Menschen, immer und immer wieder.<br \/>\nAber dann gibt es auch F&#228;lle, wo ich verstehe, dass Menschen diese positive Grundeinstellung nach einer Trennung einfach nicht hinbekommen. Das liegt dann wieder eher auf der Metaebene begr&#252;ndet und hat nichts mit dem eigentlichen Auseinandergehen zu tun: Denn <em>eigentlich<\/em> ist diese ganze Liebesgeschichte ganz einfach. Uneigentlich jedoch ist es nat&#252;rlich schwierig f&#252;r jemanden, der jedes seiner Versprechen mit allen Konsequenzen meinte, zu akzeptieren, dass der Andere tempor&#228;re Versprechen gab, die nur f&#252;r den Moment g&#252;ltig waren und dann wieder zur&#252;ckgenommen wurden, wom&#246;glich auch noch, ohne das zu verbalisieren.<br \/>\nIch habe jetzt mehrfach erlebt, dass ein Partner mit dem anderen innerlich bereits abgeschlossen hatte, sich aber erst getrennt hat, als etwas Neues in Aussicht war. Das ist eigentlich der gr&#246;&#223;te Schlag ins Gesicht eines Menschen und negiert mit einem Mal die ganze vorherige Beziehung. Da war dann auch immer nicht die eigentliche Trennung das Problem, sondern die Art und Weise. (Womit wir dann wieder bei <a href=\"http:\/\/feylamia.net\/blog\/2010\/02\/09\/aus-dem-tagebuch-einer-linguistin\/\">Kommunikationsf&#228;higkeit<\/a> sind.)<\/p>\n<p>Bei ElitePartner habe ich w&#228;hrend eines kostenlosen Testmonats <a href=\"https:\/\/www.elitepartner.de\/km\/magazin\/expertenwissen\/trennungsblog\/fliegender-wechsel.html\">das hier<\/a> gefunden:<\/p>\n<blockquote><p>Es gibt Trennungen, die sind gar keine. Es sind M&#252;llentsorgungen. Man hat jemanden kennen gelernt. Die neue Kollegin, der glut&#228;ugige Barkeeper, die Fremde im Supermarkt oder irgendwer sonst. Man ist gl&#252;cklich, man ist verliebt man ist &#8230; eigentlich vergeben.<\/p>\n<p>Also wird man den alten Partner los. Vielleicht brutal und r&#252;cksichtslos. Vielleicht dem&#252;tigt man ihn mit Gespr&#228;chen, die um Verst&#228;ndnis werben. Oft f&#252;hlt der andere sich noch schlecht, weil er einem das neue Gl&#252;ck nicht g&#246;nnt. Seien wir ehrlich: Eigentlich wird da der Restm&#252;ll eines alten Lebens entsorgt. Man wirft jemanden weg, weil man ihn durch einen Besseren ersetzt. Vielleicht nicht besser, sondern auch nur j&#252;nger, einfacher, frischer, unbekannter, spannender. Das Ersetzen von Menschen, auch wenn keiner das h&#246;ren will, entlarvt tausend Versprechen als billige L&#252;gen. Treueschw&#252;re als Hinhaltetaktiken. Liebesbekundungen als leeres Gerede. Es ist das so ziemlich Abgr&#252;ndigste, das man einer Beziehung antun kann.<\/p>\n<p>[&#8230;]\n<\/p><\/blockquote>\n<p>Einerseits ist es nat&#252;rlich leicht, den Gehenden da anzuprangern, andererseits sind diese Handlungsweisen sicherlich daraus geboren, dass solche Partnerspringer den Gedanken, mit sich selbst allein zu sein, nicht so recht ertragen k&#246;nnen oder wollen. Und kann man Menschen wirklich hundertprozentig daf&#252;r verantwortlich machen, dass sie Probleme haben? Ich hoffe, nicht. Paradoxerweise sind fast nur Menschen, die auch ohne Partner Erf&#252;llung finden, solche, die eine funktionierende Partnerschaft haben k&#246;nnen. Selbstliebe f&#252;hrt dazu, dass man von Anderen geliebt wird. Das klingt schon wieder gar nicht mehr so paradox. Das ist auch der Grund, warum man pl&#246;tzlich tausend potentielle Dates haben k&#246;nnte, wenn man gl&#252;cklich verliebt ist. Man strahlt halt Zufriedenheit und Gl&#252;ck aus. \ud83d\ude42<\/p>\n<p>Ich kann mich erinnern, dass ich gro&#223;e Probleme hatte, Verst&#228;ndnis aufzubringen, als mir eine Bekannte berichtete, wie sie w&#228;hrend eines Auslandsaufenthalts einen Mann kennenlernte und dann schon etwas mit ihm hatte, w&#228;hrend zu Hause noch ihr Ex auf sie wartete (mit dem sie zu dem Zeitpunkt schon einige Jahre lang zusammen war und sogar zusammen wohnte). Ihr Begr&#252;ndung war unterm Strich &#8222;Ich hatte ja innerlich bereits mit der anderen Beziehung abgeschlossen.&#8220; Ja, Du, aber er nicht. Das ist so unglaublich sch&#228;big, da fehlten mir die Worte. Wer seinem Ex nicht mal die Art von Respekt entgegenbringen kann, ihm zu sagen, dass es vorbei ist, der sollte nicht auf die Beziehungswelt losgelassen werden. Eine Beziehung erfordert immer Respekt und immer auch Arbeit.<\/p>\n<p>Ich glaube allerdings, dass gerade viele j&#252;ngere Menschen nicht bereit sind, an einer Beziehung zu arbeiten. Anstatt gemeinsam Probleme zu kl&#228;ren, wird einfach der n&#228;chste Partner gesucht. Denn da l&#228;uft es anfangs ja besser &#8211; die schlechten Eigenschaften ignoriert man geflissentlich, die rosarote Brille funktioniert und alles ist spannend und aufregend. Nette Taktik, zumindest, bis man erwachsen ist. Denn als Faustregel gilt meiner Meinung nach: Wer nicht mit einem Partner &#252;ber Probleme reden kann, der sollte keinen haben. Das Wort Partner ist dann einfach das falsche Wort, denn Partner arbeiten zusammen an etwas.<br \/>\nDas klingt erstmal hart, aber ist auch f&#252;r den &#8222;Kommunikationsunf&#228;higen&#8220; im Prinzip besser. Wer will schon einen Schweif an kaputten Beziehungen hinter sich herschleppen, der mit jedem erneuten Versuch l&#228;nger wird und k&#252;nftige Beziehungen dann auch belastet? Aber vielleicht sehe ich das auch nur so, weil ich auf die langsam aber sicher auf die Drei&#223;ig zustolpere und dementsprechend irgendwie schon eine ganze Menge gesehen, wenn auch gl&#252;cklicherweise nicht alles am eigenen Leibe erfahren, habe. (An dieser Stelle klopfe ich mal auf Holz und lasse Angelina Jolie wissen, dass sie nach unserer Hochzeit doch bitte nett zu mir sein m&#246;ge.)<\/p>\n<p>Man sieht: Beziehungen finde ich nur so lange erstrebenswert, wie beide Seiten ehrlich zu sich selbst und zueinander sind. Nur mal so als Warnung an die n&#228;chste Frau, die sich an mir versucht. \ud83d\ude00<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Von &#252;berall werde ich mit Valentinstagswerbung, -gr&#252;&#223;en, -SMS-Nachrichten und so weiter bombardiert. Das nehm ich dann mal zum Anlass, ein wenig &#252;ber die Liebe und das Umgehen mit ihr zu schreiben. 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