dichotomy We're all in the gutter, but some of us are looking at the stars. (Oscar Wilde)

11. November 2009

Doppelmoral 2.0

Filed under: Das Leben. Das Universum. Und alles. — Schlagwörter: , — Feylamia @ 22:21

Ein treffender Artikel und dann zum Schluss doch noch danebengehauen:

Und zum Schluß dann noch die ganzen Schlauberger, die vorwurfsvoll die „Um-den-Lokführer-tut’s-mir-leid“ oder die „Die-armen-Rettungskräfte“-Nummer geben.

Ja, dieser Enke, so eine egoistische Drecksau. Hätte sich doch wenigstens mal in Genf in eine Wanne legen können. Oder vielleicht gleich in einen Sarg. Aber frisch geduscht, bitte.

Was glaubt ihr eigentlich, was Depressionen sind? Irgendwas auf einer Skala von „Ach, muß ja“ bis „Och, nicht so mein Tag heute“? Da trinkt man mal ein Gläschen Wein, und dann geht’s schon wieder?

Anke hat vollkommen Recht:

Dass die Leute auch nicht ein bisschen rücksichtsvoller sterben können.

Fresse, Idiotenbande

Schade eigentlich.

5 Comments »

  1. Ich maße mir nicht an, über die Verzweiflungstat eines offenbar sehr kranken Menschen zu urteilen.

    Und was hat das mit Doppelmoral zu tun?

    Kommentar by Lars — 11. November 2009 @ 22:46

  2. Die Rettungskräfte und der Lokführer leiden (davon gehe ich zumindest aus) und ihr Leid ist nicht mehr und nicht weniger wert als das vom Selbstmörder auch. Insofern ist es durchaus in Ordnung, die Art und Weise nicht in Ordnung zu finden.

    Kommentar by Feylamia — 11. November 2009 @ 22:53

  3. Was ich verstehen kann.

    Allerdings ist nunmal nicht immer so, daß man sich als Selbstmörder in aller Ruhe aus freien Stücken überlegt, wie man das jetzt am besten anstellt, ohne große Umstände zu machen.

    Mich ärgert einfach maßlos, daß sofort Leute mit ihrem Urteil zur Stelle sind, als wenn sie solche Situationen, wie die, in der Enke sich befunden haben muß, jeden Tag mit Bravour meistern würden.

    Kommentar by Lars — 11. November 2009 @ 23:11

  4. Auf jeden Fall ist das schwer für uns alle nachzuvollziehen, wenn nicht gar unmöglich.

    Dennoch muss diese Kritik an der Art und Weise erlaubt sein. Das schmälert den Respekt gegenüber Herrn Enke und seinen Angehörigen/Fans meiner Meinung nach auch nicht.

    Nicht, dass da Missverständnisse aufkommen: Ich bin Befürworterin von Sterbehilfe und meine, dass jeder Mensch das Recht haben sollte, über seinen eigenes Leben zu bestimmen. Ich kann sogar nachvollziehen, warum Herr Enke den Freitod gewählt hat.
    Dennoch bleibt ein schaler Nachgeschmack, denn es gibt zig Möglichkeiten und von allen ist die gewählte Methode eine der dreckigsten und gemeinsten für alle, die zurückbleiben. Ich wünsche mir einfach, dass die Menschen gehen, ohne zusätzlich unnötiges Leid zu verursachen – wenn jemand freiwillig geht ist das schon traurig genug …

    Kommentar by Feylamia — 11. November 2009 @ 23:24

  5. Also ich muss ja zugeben dass ich auch relativ schnell an den Zugführer, die Bahnfahrer und die Rettungskräfte gedacht habe.

    Ich sehe das mit dem schalen Beigeschmack doch ähnlich wie du. Ich find das auch ganz schrecklich was dem Herrn Enke passiert ist. Natürlich ist es schlimm das er so schwer depressiv war, dass er selbst keinen Lebenswillen mehr besessen hat. Es ist auch schrecklich für seine Anhgehörigen, insbesondere seine arme Frau. Es ist auch sicherlich nicht verkehrt verstärkt darüber aufzuklären wie sehr Depressive Menschen leiden und dass das nicht einfach nur eine kleine Verstimmung ist die wieder geht.

    Dennoch finde ich es legitim wenn man auch davon spricht dass diese Art von Freitod auch andere belasten. Und das ist halt nicht nur ne Nebensache das der Zugführer den Schock seines Lebens bekommen haben muss, vermutlich schwer traumatisiert ist und diese Bilder wohl auch so schnell nicht aus dem Kopf bekommt. Mir ginge es jedenfalls so. Mal abgesehen davon, dass es vielen auch oft schwer fällt wieder in den Beruf zurück zu finden. Ich find das nicht unbedingt unsensibel, wenn ich nicht denke dass der Mensch der das miterleben muss, sich nicht wünschen darf, dass Herr Enke eine andere Methode vorgezogen hätte.

    Kommentar by Bioschokolade — 12. November 2009 @ 18:56

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