Momentan bin ich einmal wöchentlich in Bielefeld – zum Glück nur ganz am Rande, aber das reicht schon, um einerseits beglückt zu sein, dass ich nicht mehr in der Großstadt wohne, und andererseits ein wenig wehmütig, weil es schon praktisch ist, wenn man so viele Einkaufsmöglichkeiten im engeren Umkreis hat. Ob ich allerdings jemals wieder in einer großen Stadt wohnen wollen würde? Ich weiß ja nicht. Angesichts des Klimawandels ist es schon schön, nicht in Betonwüsten existieren zu müssen. (Ja, ich weiß – Bielefeld ist sogar ziemlich grün im Vergleich zu anderen Städten. Aber im Vergleich zum Dorf oder zur Kleinstadt ist es eben trotzdem grau.)
15. September 2026
14. September 2026
Endlichkeit …
… ist ja auch echt gruselig irgendwie. Ich bin mittlerweile in einem Alter und in einem Zustand, in dem man sich mit der eigenen auseinandersetzt. Deswegen habe ich mittlerweile nicht nur meinen alten Organspendeausweis (den hab ich seit den 90er-Jahren), sondern auch eine Patient*innenverfügung und ein Testament.
Um den digitalen Nachlass müsste ich mich eigentlich noch kümmern. Aber da weiß ich gar nicht, wem ich die ganze Datensortiererei aufbürden soll – das wird sicher noch schlimmer als bei der Rollenspielsammlung und dem ganzen Schreibkram und so. Huiuiui.
8. September 2026
Verskillt und zugenäht
Früher habe ich mich immer gefragt, wie die anderen es schaffen, so zu tun, als würden sie klarkommen.
Ich war knapp 40, als ich so richtig realisiert habe, dass die nicht nur so getan haben. Ich hab nur mein Leben auf dem höchsten Schwierigkeitsgrad gespielt und deswegen einfach sehr viele Nebenquesten gemacht und mich deswegen unterwegs ein wenig verloren und dann eben viel viel später erst die richtige Klasse wählen können. Ooopsn.
3. September 2026
21. Januar 2026
Das Leben ist seltsam …
Kaum eine andere Videospielreihe hat mich in den letztenknapp vierzig Jahren so sehr abgeholt, durchgerührt und roh wieder ausgespuckt wie Life is Strange.
Und nun wurde ein letzter Teil mit Chloe und Max angekündigt. Ich flipp aus, ey. Geilomat.
21. Januar 2025
Musikalien
Ich erlebe das nicht mehr so ganz häufig, dass mich Stimmen direkt umhauen und … Dinge mit mir tun? In den letzten Jahren, seit Beginn der Pandemie, ist es aber ein paar Mal vorgekommen. Warum also nicht erzählen davon?
Da wäre zum Beispiel Sierra Eagleson:
Und Chase Holfelder:
Oder auch Yungblud, dem ich meine ADHS-Diagnose zu verdanken habe. (Uff, ja, das Thema ist auch sehr blogbar …)
Gleich drei auf einen Streich. Nice.
18. Januar 2025
17. Januar 2025
The Queerest of the Queer
Ich habe wieder angefangen, Blogs von „den Leuten von früher“ zu lesen. Warum? Midlife Crisis, vermutlich. Also, in meinem Fall dann eher 2/3 Life Crisis. Aber egal.
Naja, und nun schneie ich hier jetzt 7,5 Jahre später in den Diskurs nebenan bei jan. Gerade bei der Diskussion, wer sich bei „queer“ mitgemeint fühlen kann und darf, gibt es so viel Gatekeeping. Dabei sollte es ganz simpel sein: Wirst Du von der Mehrheitsgesellschaft geothert wegen Deiner Art, zu lieben (oder nicht zu lieben) oder Dein Geschlecht zu erleben, dann bist Du queer. Herzlich willkommen im Club. Hier ist Dein Toaster.
Und ich erwähne einfach mal so nebenbei, dass genau jan & ben zwei von unter fünf Männern sind, die mir als Gegenbeispiel einfielen, als ich gestern mit einer Bekannten darüber sprach, dass eben doch ALL cis men trash sind. (Bis mir ein cis Mann das Gegenteil beweist, indem es auch nach seinem Tod keine Frau gibt, die toxische Kackscheiße über ihn aufdeckt, gehe ich erstmal davon aus, dass er Dreck am Stecken hat. Ich kann die Datenlage da einfach nicht länger ignorieren.) Die beiden sind für mich weit genug aus der toxischen Männlichkeit raus, dass ich sie auf einer Skala 1 Mann bis 10 Frau niemals auf die 1 packen würde? Trotz Vollbart und Seemannsoptik, lieber ben, sorry, Du bist einfach zu wenig scheiße für 100 % Männlichkeit. Oder Du bist halt schon über die 100 % hinaus? So männlich, dass man das einfach nicht mit toxischem Quark beweisen muss? Weiß auch nicht. Aber mittlerweile fällt es mir schwer, Männlichkeit nicht mit Toxizität zu verknüpfen, weil es sie so verdammt selten ohne gibt.
Arcane
Ich war super late to the party – Staffel 1 von Arcane ist schließlich schon 2021 erschienen. Zu meiner Verteidung: Ich bin ja eh nicht so für animierte Werke und mit League of Legends habe ich wirklich so GAR nichts am Hut. Aber ich habe über die Jahre immer wieder gelesen und gehört, wie unglaublich gut die Serie ist. Und ich wusste, dass sie irgendwie queer oder queer adjacent ist? Also habe ich mal reingeschaut, nachdem die 2. Staffel erschienen und klar war, dass die Serie in zwei Staffeln in sich abgeschlossen ist. Denn ganz ehrlich: Ich brauche keine weitere Serie, die gecancelt wird, weil ungefickte Nerdjungs Heuli-heuli-Kampagnen im Internet starten, weil die fiktive Trulla lieber Frauen küsst und deswegen sowieso alles scheiße ist, jawohl.
Nun ja, lange Rede, kurzer Sinn: Ich habs geschaut. Und was für ein Meisterwerk wäre mir da bitte entgangen? Fabulös! Ich war schon lange nicht mehr so begeistert, dass ich am liebsten meine Ex-Film-Professorin angerufen und über eine Serie gesprochen hätte. Cinematographisch der Kracher, wie man sich einfach immer wieder mal die Constrants von Realfilmen selbst auferlegt und deswegen Einstellungen animiert hat, die mehr old school nicht sein könnten. LIEBS!
Und über den Soundtrack müssen wir nicht sprechen. Grandios.
Hätte ohne Arcane womöglich niemals King Princess entdeckt. Was für eine Schande das gewesen wäre!
15. Januar 2025
Das Internetz* und die Radikalisierung
Ist es Radikalisierung, wenn man langsam zur Erkenntnis gelangt, dass vermutlich nur Gewalt uns noch vor Patriarchat und Menschenfeindlichkeit schützen kann, weil alle anderen Mittel erschöpft sind? Oder wäre es nicht viel mehr Notwehr, wenn LGBTQIA+ und migrantisierte Menschen irgendwann zu Gewalt, gar zur Waffe greifen? Wie viele Jahrhunderte, Jahrtausende müssen wir Gewalt an uns eigentlich hinnehmen, bis wir uns wehren dürfen? Man weiß es nicht.*
* Glaube nicht, dass das Internet schuld ist. Glaube nur, dank Internet wissen die Ausgegrenzten voneinander und sind nicht mehr allein.
** Aber Mann weiß es natürlich schon. Also, alter, weißer Mann. Und der sagt: Für immer.


