228 Peitschenhiebe für die Liebe?

Mashad/Wien Im iranischen Mashad sind am Dienstag zwei Jugendliche wegen homosexueller Handlungen gehängt worden, berichten die studentische Nachrichtenagentur ISNA aus dem Iran und die Homosexuellen-Initiative (HOSI) Wien. Die Hinrichtung der beiden Jugendlichen, von denen einer minderjährig gewesen sein soll, durch Erhängung fand öffentlich und im Beisein einer Vielzahl von Zuschauern statt. Ein Reporter der iranischen studentischen Nachrichtenagentur ISNA hatte kurz vor der Hinrichtung die Möglichkeit, mit den Angeklagten zu sprechen. Diese wiederholten mehrmals, dass sie vierzehn Monate nach dem Urteil ihre Tat bereuten und einsichtig seien. Einer der Angeklagten sagte sogar, er wusste zwar, dass homosexuelle Handlungen strafbar sind, nicht jedoch, dass sie mit dem Tode bestraft werden. Der Anwalt des minderjährigen Angeklagten Ruhollah Rasaszadeh erklärte, er habe nach dem erstinstanzlichen Urteil unter Hinweis auf die Minderjährigkeit seines Mandanten Berufung eingelegt. Das Hohe Gericht in Teheran bestätigte jedoch das Urteil der ersten Instanz, das am 19. Juli vollstreckt wurde.

Update: Weitere Berichte
Die Webseite „Iran Focus“ berichtet inzwischen, die beiden Männer wären wegen eines sexuellen Übergriffes auf einen 13-Jährigen hingerichtet worden. Für die Meldung liegt bisher jedoch keine Bestätigung vor, unter Sharia-Recht hätte auch das Opfer hingerichtet werden müssen. Die beiden Verurteilten hätten vor der Hinrichtung noch 228 Peitschenhiebe erhalten, so „Iran Focus“ weiter. Diese Strafe wurde auch vom National Council of Resistance in Iran bestätigt. Die in London ansässige Organisation bezifferte die beiden Verurteilten auf 18 und unter 17, zur Tatzeit seien beide Jungen 16 gewesen. Über den Grund der Verurteilung gab die Gruppe nur an, sie wären unter anderem wegen eines öffentlichen Vergehens bestraft worden. Die britische Gruppe Outrage berichtet, die Polizei suche drei weitere schwule Iraner, die offenbar fliehen konnten.

Kritik von HOSI, Outrage
„Wir sind zutiefst schockiert über diesen barbarischen Akt“, erklärt dazu Bettina Nemeth, Obfrau der Homosexuellen Initiative (HOSI) Wien. „Wir haben sofort einen scharfen Protestbrief an die iranische Botschaft in Wien geschickt und in einer E-Mail an Außenministerin Ursula Plassnik diese aufgefordert, sowohl auf bilateralem Weg als auch im Rahmen der Vereinten Nationen geeignete Schritte zu unternehmen, um diese mittelalterliche menschenrechtswidrige Praxis des Iran zu ächten. Immerhin hat bereits 1994 der UNO-Menschenrechtsausschuss im Fall Toonen gegen Australien festgestellt, dass ein Verbot homosexueller Handlungen mit der UNO-Menschenrechtskonvention, dem Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte, unvereinbar ist“, so die HOSI weiter.
Auch die britische Organisation Outrage kritisierte die Hinrichtungen. Outrage-Sprecher Peter Tatchell forderte internationale Staaten zu Sanktionen gegenüber Iran auf. Seit der Machtübernahme 1979 hätten die Ayatollahs über 4.000 Lesben und Schwule exekutiert. (nb/pm)

Quelle: www.queer.de

Man darf gespannt sein, ob noch Beweise wegen der angeblichen Vergewaltigung kommen… ich bezweifle es. Zu schnell sind homophobe Politiker bereit, Homosexualität, Pädophilie und Vergewaltigung zu Synonymen zu erklären.


1 Kommentar

  1. avatar
    Ivonne schreibt:

    da fällt mir nix mehr zu ein

    am Samstag, 23. Juli 2005 um 11:39

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