„Oh, Internet“ – A love song

"Oh, Internet" - A love song.

Hannah Hart, ich will ein Kind von Dir.

[via autostraddle]



Das Internet und das „Ich! Ich! Ich!“

In den letzten Wochen fällt mir in diversen sozialen Netzwerken und Diensten etwas auf, das ich bestenfalls als die digitale Entsprechung dazu beschreiben kann, sich auf einer Party in die Mitte des Raumes zu stellen, sich im Kreis drehend die Finger in die Ohren zu stecken und immer wieder „Laaaaaaangweilig!!!!!“ zu rufen.

Verstärkt lese ich nämlich google-plus-Beiträge, Tweets und facebook-Statusnachrichten, die sich über die Timeline des jeweiligen Nutzers beschweren. Jeweils mit einem Hinweis an die anderen User darauf, bestimmte Themen nicht zu behandeln, bestimmte Hashtags zu benutzen (damit Filter greifen) oder gerne mit der „Drohung“, die facebook-Freundschaft zu kündigen bzw. das zu tun, was man neudeutsch wohl entfollowen nennt.
Wo leben wir denn eigentlich, wenn ein Mensch einem anderen vorschreiben will wofür dieser sich zu interessieren bzw. was dieser zu posten hat? Das ist in etwa so, als ob ich in der Vorlesung ein Gespräch zwischen Kommilitonen mithöre und ihnen dann eröffne, dass sie doch jetzt bitte über den Geschlechterkampf lesbischer Frauen des einundzwanzigsten Jahrhunderts unterhalten sollen, sonst würde ich mich demnächst nicht mehr neben sie setzen, weil mich ihre Themen nicht interessen. Die würden mir doch einen Vogel zeigen und sagen „Ähm, ja, okay, mach halt. Freak.“ Zu Recht, finde ich.
Geht das jetzt so weiter und alle geben Listen mit erlaubten Themen an ihr Internetumfeld? Social media, my ass. Asoziale Medien sind die Zukunft, so scheint es. Klingt ja prickelnd. Meh.



70:30

68,6 von 100 Haushalten in Deutschland haben mittlerweile einen Computer. Das geht aus dem nun veröffentlichten Jahrbuch 2006 des Statistischen Bundesamts hervor. Im Jahr 2000 hatten von 100 Haushalten erst 47,3 einen Computer. Ost- und Westdeutschland sind fast ausgeglichen. Meist handelt es sich um stationäre Computer, doch legen die Notebooks zu. Allerdings hat das Wachstum bei der Computerverbreitung nachgelassen, denn bereits im Jahr 2004 verfügten 64 Prozent der Privathaushalte über einen Computer.

Noch viel rasanter ist seit 2000 die Zahl der Internetanschlüsse gestiegen, nämlich von 16,4 auf nun 54,6 pro 100 Haushalte. Allerdings handelt es sich um eine ungleiche Verteilung nach Einkommen. Bei einem Nettoeinkommen von monatlich über 2600 Euro haben bereits 90 von 100 Haushalten einen Computer und 76,8 einen Internetanschluss. Diese Dichte steigt mit höheren Einkommen weiter an. Bei einem Nettoeinkommen bis 1300 Euro haben nur 50 von 100 Haushalten einen Computer und 36,6 einen Internetanschluss.
[…]
Computernutzung und Internetzugang trennen noch immer die Generationen. 97 Prozent der 10- bis 24-Jährigen haben im ersten Quartal 2005 einen Computer benutzt, aber nur 35 Prozent der über 55-Jährigen. Die mittlere Generation liegt allerdings mit 85 Prozent schon sehr hoch, so dass dieser altersbedingte Unterschied zunehmend verschwindet. Beim Internet ist das Verhältnis ähnlich der Computernutzung. Mit 46 beziehungsweise 47 Prozent geben fast dieselbe Zahl der über 55-Jährigen und der jungen Generation an, das Internet (fast) jeden Tag zu nutzen. Studenten, Schüler und Auszubildende benutzen praktisch immer Computer und haben einen Internetzugang, Hausfrauen vor allem, aber auch Rentner und Arbeitslose fallen hier erheblich zurück.

Quelle: heise.de

Wie krass ist das denn bitte – immer noch nur 70 Prozent? Schreiben die ihre Bewerbungen oder Briefe per Hand? Uaaah, ekliger Gedanke. So ohne Rechner… das hieße aktuell

  • ohne Oblivion sein – geht mal gar nicht
  • Hausarbeit von Hand schreiben – geht noch viel weniger, bis es endlich analoges copy&paste gibt (und jetzt komm‘ mir keiner mit Magnetwänden oder Zeitungsschnipselbuchstaben)
  • ohne Internet – ohne Freund Google (sorry, Eike… :D), ohne die wikipedia und ohne Foren – geht auch nicht

Ohne Rechner müsste ich mein ganzes Leben umstellen. Klar genieße ich es, wenn ich beispielsweise mit den Pfadfindern unterwegs bin, völlig ohne Strom (außer in Notfalltaschenlampe und Digitalkamera, muss ich gestehen) zu sein, aber für den Alltag wäre das nichts für mich. Und Strom und Rechner (und dank Fon auch bald das Internet) gehören ja nun zusammen wie Olek & Bolek, Beavis & Butthead oder 3und20 und die Frontfrau von The Organ. 😉