Homophobiefreie Hühnchenstulle

Wer das Internetz derzeit aufmerksam liest, der wird auf Regenbogenseiten immer mal wieder über die amerikanische Fast-Food-Kette Chick-fil-A stolpern, die derzeit Schlagzeilen macht, weil sie ihr Geld gerne an Organisationen verpulvert, die Homosexuelle schäbig finden und ihre rechtliche Gleichstellung verhindern wollen.

Die amerikanische Bloggerin-und-Küchenfee Hilah hat nun ihre eigene Version des Klassikers kreiert, die man auch prima mit zum CSD oder zur künstlichen Befruchtung in der Kinderwunschklinik nehmen kann. Läuft!

Original Chick-Fil-Gay Chick-Fil-A Copycat Recipe | Hilah Cooking

Meine Frau berichtete mir, dass sie drüben als Teen immer gerne die Chicken Sandwiches verputzt hat, deswegen freue ich mich schon darauf, bei Gelegenheit mit ihr unsere eigenen zu machen. Nom.

(Was ich übrigens bemerkenswert finde: Es handelt sich um einen Hühnchenburger. Ohne Mayonnaise. Ich glaube, das habe ich vorher noch nie gesehen …)



Homosexualität und Pfadfinderei

Die Boyscouts of America haben nun ganz offiziell nach zweijähriger Prüfung bestätigt, dass homosexuelle Pfadfinder bei ihnen nicht gewünscht sind, weil sie unmoralisch sind. Und alle reden drüber. (Darauf, dass hierzulande fast niemand versteht, welchen Stellenwert die BSA in der amerikanischen Kultur einnehmen und welche Auswirkungen es hat, wenn die BSA sagen, Homosexuelle könnten keine ordentlichen Gruppenführer sein, gehe ich hier mal nicht näher ein.)

Mir hat mal jemand in blau-gelbem Halstuch auf einem „Alles Drin“ gesagt, wenn ich in Kluft auf einen Christopher Street Day gehen würde, dann könne er ja auch in Kluft an einem Naziaufmarsch teilnehmen. Pfadfinderei solle nichts mit Politik zu tun haben und nichts mit Sex. Es saßen so einige Leute drumherum, von denen keiner widersprach. (Ich verließ wortlos die Kohte.)

Ich frage mich, ob ich einfach nur den falschen Umgang innerhalb meines Bundes hegte oder ob sich die Dinge wirklich wandeln. Denn wenn ich mir so angucke, was sich in meiner Timeline bei facebook und twitter jeweils so tut, dann hege ich die Hoffnung, dass wirklich Wandel im Gange ist. Wenn ich dann jedoch im Pfadfindertreffpunkt lese, dann befürchte ich allerdings, dass man den in der Form so höchstens in den Ringverbänden findet. Und selbst da ist „naja, sollen die Leute halt nicht drüber reden“ eine ganz verbreitete Einstellung. Das wird sicherlich gut funktionieren, wenn alle darüber reden, was sie nach dem Lager noch so mit ihrer Familie geplant haben …

Mal als gute Faustregel: Vergesst eure eigenen Vorurteile und denkt an die Kinder und Jugendlichen, denen ihr euch verpflichtet. Statistisch gesehen sind ist jeder 10. bis 20. von denen homo- oder bisexuell. Wollt ihr ihnen wirklich das Gefühl geben, dass sie nicht so offen über ihr Leben reden dürfen wie die heterosexuellen Pfadfinder? Ich hoffe nicht.



Zitat des Tages: Weiber

Connz vorhin auf twitter:

„Voll mit Weibern, der Laden, aber alle sehen so jung aus… Ich häkel mal einfach.“

Großartig. 😀



Liebe Dudenredaktion

Gerade bin ich hierüber gestolpert:

Lie­be, die
Wortart: Substantiv, feminin

[…]
auf starker körperlicher, geistiger, seelischer Anziehung beruhende Bindung an einen bestimmten Menschen [des anderen Geschlechts], verbunden mit dem Wunsch nach Zusammensein, Hingabe o.?Ä.
[…]

Das „[des anderen Geschlechts]“ könnte man doch langsam eigentlich mal löschen, oder? Wir schreiben immerhin das Jahr 2012. 😉



Sechs Monate

Ich bin in dieser Beziehung anders als vorher, wurde mir berichtet. Glaube ich gerne – seit Miss Jackson und ich ein Paar sind, bin ich ausgeglichener. Ich werde so gemocht, sogar geliebt, wie ich bin. Mit all meinen Macken (okay, sind auch nur sehr wenige … ;)). Hatte ich vorher in dieser Form noch nie. Mag ich aber.

Ich bin zwar charmant wie Casanova, aber was die Damenwelt angeht, habe ich das mit einem alten Sprichwort gehalten und meine dritte Freundin zum Altar geführt. Warum warten, wenn man angekommen ist?

Gut, wir hatten es diesmal leicht. Wir kamen beide aus Beziehungen, in denen es unsere Partner mit der Ehrlichkeit nicht so genau nahmen. (Immer, wenn ich alte und neue gemeinsame Bekannte Plappermäuler treffe, wird mir wieder vor Augen geführt, wie richtig es ist, dass ich zu meiner Verflossenen keinen Kontakt mehr habe.)
Auch Miss Jackson kann von dem Thema ein Lied singen. (Sogar ein schönes – hatte ich erwähnt, dass Madame im Chor ihrer High School sang? Hachz!) So war unsere Beziehung von Anfang an von einer Ehrlichkeit geprägt, die Außenstehende vielleicht verwundert hat, aber für uns genau richtig war.

Und als wir Weihnachten im Haus ihrer Tante saßen, so zwischen Mops, Kamin und Weihnachtsbaum (drei der allertollsten Dinge der Welt! Yeah! ;)), da wurde mir ganz warm ums Herz – denn ich habe nicht nur eine absolut tolle Frau geheiratet, ich habe eine Familie geheiratet. Eine wirklich sympathische, warmherzige Familie. Ich bin ein Glückspilz!

Und heute sind es schon sechs Monate, die seit unserer Hochzeit vergangen sind. Wie die Zeit vergeht! Danke schön, mein Schatz – ich freue mich auf die nächsten 666 Monate. (Ich bin da optimistisch! :mrgreen:)



Hosentaschenhomophobie für Dämonenjäger

Ich wusste gerade kurz nicht, ob ich lachen oder weinen soll. Entschied mich aber fürs Lachen … Ich bin nämlich gerade in einem Forum über folgende Aussage gestolpert:

Ich finde es toll, dass homosexuelle-Beziehungen angeboten werden (wurde ja auch mal langsam Zeit), aber ich bleibe lieber bei meinen „Real-Vorlieben“ und spiele eine Frau die was mit einem Kerl hat. Polygamie kann ich mir ja noch vorstellen :D, aber lesbische Liebe ist einfach „zuviel“.

Für epische Schlachten mit Ogern und Drachen und dafür, dass Menschen tapfere Krieger werden indem sie Dämonenblut trinken, dafür reicht die Fantasie. Aber bei lesbischer Liebe hört es auf … :mrgreen:



Radio Bielefeld und die Schwuchteln …

Heute Morgen ging es bei Radio Bielefeld wie schon die ganze Woche um das Thema „love me gender“. Klischees über Männer und Frauen wurden ausgegraben und vom Moderatorenteam radiotauglich aufbereitet. Ich fand es generell nicht sonderlich gelungen, aber gut, kann man machen. Aber wie ich jetzt mitbekam, hat Radio Bielefeld zwischendurch mal den Vogel abgeschossen.

Heute Morgen wurden O-Töne eingespielt, die im Rahmen einer Umstylingaktion aufgenommen wurden. Moderator und Moderatorin wurden entsprechend des anderen Geschlechts gestylt und der Öffentlichkeit präsentiert.

Eine der Reaktionen war folgende:

Moderator: „Was dachten Sie im ersten Moment?“
Passant: „Ja, Schwuchtel.“

Da sagt also jemand ein menschenverachtendes Wort und das rutscht einfach so durch? Ohne irgendeinen Kommentar der Moderatoren?

Fragt sich, ob Radio Bielefeld das so auch gesendet hätte, wenn jemand dunkler geschminkt worden wäre und der Passant das Wort „Kanacke“ oder „Neger“ verwendet hätte.

So viel also zu dem Thema, ob die Bevölkerung oder die Medien irgendwie toleranter oder sensibler im Umgang mit bestimmten Worten sind, wenn sie in einer Stadt mit einem schwulen Bürgermeister residieren …

Berlin? Ick versteh Dir!



Ein Ring, sie zu knechten …

Miss Jackson zu finden,
ins Dunkel zu treiben
und ewig zu binden?

I HAZ IT!

Manch einer fand, es ging zu schnell – wir fanden, es ging viel zu langsam. Meine Großeltern lernten sich im Juni kennen und wollten eigentlich im November heiraten. Weil es mit den nötigen Papieren dauerte, hat es erst im Mai geklappt. Besser ging’s bei meinen Eltern: Im Januar kennengelernt, im März zusammengezogen, im Mai geheiratet. Wir befinden uns also in bester Gesellschaft, wenn ich nun stolz herausposaune: Miss Jackson ist fortan auch ganz offiziell die meine. 🙂 Find ich gut, hätte ich das früher gewusst, hätte ich mir so manchen Umweg gespart.

Wir hatten nichts „großes“ geplant, wollten uns den ganzen „das wird der schönste Tag eures Lebens“-Trara für die kirchliche Hochzeit aufheben, aber alles kam anders …
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Katy Perry …

Es ist ja kein Geheimnis: So ein wenig verachte ich das, was man gemeinhin unter Homosexuellen „die Bielefelder Szene“ nennt. Nicht, weil da Menschen anders sind als ich – von mir aus kann jeder seine Identität so ausleben, wie er will, so lange er dabei niemandem wehtut. Aber jetzt ist bald wieder der Christopher Street Day und ich zweifle keine Minute lang daran, dass wieder Katy Perry gespielt wird. Und irgendwelche Schafe wieder so richtiiiiig abgehen, weil Katy ja eine von uns ist und so.

Dazu kann man nur eines sagen:

Bei autostraddle könnt ihr nachlesen, was sich die Frau mal wieder geleistet hat. Unglaublich. Gah.



„You must hear what he did“

Achtung: hier wird ein Triggerartikel (Gewalt/Vergewaltigung) verlinkt – fühlt euch gewarnt

Dinner. Then a movie that had been lying around the house for a while, a musical that made them both cry. It was around midnight. Butz checked the locks multiple times (like always), she brushed her teeth multiple times while flossing in between (like always), she took the left side of the bed (like always) right next to her water and her lip balm. Her partner took the right side of the bed (like always). They said good night.

„I kind of leaned in to her and said, ‚I love you so much,'“ Butz’s partner recounted.

„She said, ‚I know you do.‘ And that was it. We went to sleep.“

Quelle: The Bravest Woman in Seattle

Wer uns kennt, der weiß, dass wir das sein könnten. Ich kann nicht in Worte fassen, was in mir vorging, als ich diesen Artikel las … Wie zutiefst traurig, bestürzt, geschockt und ängstlich ich bin. Und doch will und muss ich ihn hier verlinken. Warum? Der Artikel selbst beantwortet es:

The reason for her sitting on the witness stand of a packed and sweltering eighth-floor courtroom at the King County Courthouse on June 8, in jeans and a short-sleeved black blouse, hands clasped over knees, a jury of strangers taking notes, a crowd of family and friends and strangers observing, a bunch of media recording, was to say: This happened to me. You must listen. This happened to us. You must hear who was lost. You must hear what he did. You must hear how Teresa fought him. You must hear what I loved about her. You must know what he took from us. This happened.

Und es kann wieder passieren. Auch hier. Also passt auf, auf euch selbst und aufeinander.