Die Sache mit dem Cinemaxx und der doofen Popcorntüte

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Spaß in Tüten

Die Popcorntüte vom Cinemaxx erklärt uns die Welt. Es ist nämlich total undenkbar, dass ein Mädchen eine Prinzessin will. Jawohl.
Gut, ob die Prinzessin denn dann auch das Mädchen will, sei mal dahingestellt, Prinzessinnen sind ja oft ein wenig doof und wissen selber nicht so recht, was sie wollen, bis es ihnen ein tapferer Recke sagt, aber trotzdem. Baby-Homophobie auf Fast-Food-Tütchen find ich doof.



Das Internet, unendliche Weiten …

You know how it is. You’re enjoying yourself, kicking back and relaxing at the pub or maybe at the library; or maybe you’re in class or just casually surfing the internet, indulging in a little conversation. […]

Yet all of a sudden something happens to put a dampener on your sharing of your enviable intellect and incomparable capacity to fully perceive and understand All Things. It’s someone who belongs to the group of people you’re discussing and they’re Not Very Happy with you. Apparently, they claim, you’ve got it all wrong and they’re offended about that. They might be a person of colour, or a queer person. Maybe they’re a woman, or a person with disability. They could even be a trans person or a sex worker. The point is they’re trying to tell you they know better than you about their issues and you know that’s just plain wrong. How could you be wrong?

Don’t worry though! There IS something you can do to nip this potentially awkward and embarrassing situation in the bud. By simply derailing the conversation, dismissing their opinion as false and ridiculing their experience you can be sure that they continue to be marginalised and unheard and you can continue to look like the expert you know you really are, deep down inside!

CONGRATULATIONS, YOU HAVE PRIVILEGE!

[…]

The best part is, you don’t even have to be a white, heterosexual, cisgendered, cissexual, upper-class male to enjoy the full benefits of derailing conversation! Nope, you can utilise the lesser-recognised tactic of Horizontal Hostility to make sure that, despite being a member of a Marginalised Groupâ„¢ yourself, you can exercise a privilege another Marginalised Groupâ„¢ doesn’t have in order not to heed their experience!

[…]

Derailing for Dummies. Großartig. Komplett lesen, bitte. Großartig.



Homo-Paare, Adoption und Propaganda in der Welt

Gerade per Email erhalten:

Hallo an alle,

habe soeben den folgenden Link zugeschickt bekommen und und die darin enthaltene Propaganda entdeckt:

„Die „Welt online“ macht wieder eine Umfrage. Diesmal unterstützt sie journalistisch die CDU/CSU-Position kontra Adoptionsrecht für Lesben und Schwule.
Vor allem Konservative und Rechte nutzen derartige Umfragen gern argumentativ. Mit derartigen Artikeln und Umfragen wird indirekt suggeriert, dass gleichgeschlechtliche Lebensgemeinschaften nicht gleichwertig, sondern minderwertig seien.

Folgt doch einfach mal dem folgenden Link – mit der Bitte um Abstimmung und Weiterleitung!

http://tinyurl.com/lkm92r

Danke!

Meine Lieblingsstelle aus dem Welt-Artikel ist die hier:

Und genau hier setzt Zypries an: Sie meint, Mutter und Vater sind einfach nur zwei Erziehungsberechtigte, austauschbar durch zwei Mütter oder zwei Väter. Oder vielleicht, wenn man den Gedanken weiter treibt, durch eine stabile Dreierbeziehung oder eine stabile Wohngemeinschaft.

Sehr subtil. Noch schöner wäre gewesen, wenn man irgendwie noch eingestreut hätte, dass man, wenn man Homosexualität okay findet, ja eigentlich auch mit dem Zeugen von Kindern durch erwachsene Geschwister und Nekrophilie, so der Tote im Testament zugestimmt hat, einverstanden sein müsste. Da wäre dann nochmal richtig Biss drin gewesen. 😉

Aber im Ernst: Es gibt weiß Gott genug Studien, die belegen, dass die einzigen Probleme, die durch die Adoption von Kindern durch homosexuelle Paare eventuell für das Kind entstehen, Diskriminierung vom Umfeld ist. Diskriminierung durch Menschen wie die Welt-Leser, die mit „nein“ abstimmen, und durch ihre Kinder. (Die meisten Studien scheinen, wenn ich mich recht entsinne, sogar davon zu sprechen, dass Kinder aus homosexuellen Beziehungen gefestigter sein – kein Wunder, müssen sie sich doch im schlimmsten Fall ständig für ihre Eltern rechtfertigen.) Doch anstatt an seinen eigenen Vorurteilen zu arbeiten und mit offenen Augen durch die Welt zu gehen, will man anderen Rechte versagen, die man für sich selbst als selbstverständlich ansieht. Typisch deutsch? Vermutlich. Scheiße? Definitiv.

Interessant auch, wie in der Welt die genauen Ergebnisse der Studie verschwiegen werden. Vorsichtshalber. In anderen Medien darf man aber mehr lesen …

Süddeutsche:

Aus der Befragung von etwa 700 Kindern und deren Eltern ergab sich weiter, dass es sich in den meisten Fällen um eine Partnerschaft von zwei Frauen handelt. Viele entscheiden sich für eine künstliche Befruchtung und nehmen häufig die Hilfe schwuler Freunde in Anspruch. Nur in 5,5 Prozent der Fälle teilen sich zwei Männer die Elternschaft.

In der Studie werden Schätzungen zitiert, wonach es in Deutschland mittlerweile sogar mehr als 12.000 Heranwachsende in „Regenbogenfamilien“ gibt. Etwa 2200 Kinder wachsen in einer eingetragenen Lebenspartnerschaft auf, wie sie seit 2001 möglich ist. Der Studie zufolge sind „Regenbogeneltern“ genauso gute Eltern wie andere. Auch fänden sich keine Anhaltspunkte für eine höhere Neigung zu Depressionen. Hänseleien von anderen Kindern („Du hast ja gar keinen Papa“) steckten „Regenbogenkinder“ gut weg.

FAZ:

Die am Donnerstag vorgestellte Studie unter Leitung des Instituts für Familienforschung an der Universität Bamberg ergab, dass das klassische Rollenmodell für ein gutes Aufwachsen der Kinder nicht nötig ist. Entscheidend ist vielmehr die gute Beziehung zwischen Eltern und Kind. Eine Mehrheit der Kinder (63 Prozent aus Sicht der Eltern, 53 Prozent aus Sicht der Kinder) hat überdies keine Diskriminierung erfahren. Wenn es diese gibt, äußert sie sich vorwiegend in Hänseleien und Beschimpfungen.

Für die erste Studie zur Lebenssituation dieser Kinder wurden alle rund 14.000 Paare mit eingetragenen Lebenspartnerschaften in Deutschland kontaktiert. Untersucht wurden schließlich Familien mit insgesamt knapp 700 Kindern.

Und in der Studie selbst findet man diese Schmankerl:

Die befragten Eltern in LP wie auch deren Partner(innen) und die externen anderen Elternteile weisen in verschiedener Hinsicht besondere Charakteristika auf. Bezeichnend ist ein hohes Bildungsniveau – 58% der Personen in LP haben Abitur – einhergehend mit hohen beruflichen Qualifikationen; 45% besitzen die einen (Fach)-Hochschulabschluss, während der Anteil von Arbeiter(inne)n gering ist (6%). Auch die Kinder werden überproportional häufig an höheren Schulen ausgebildet, beispielsweise besuchen 38% ein Gymnasium, aber nur knapp 13% der Kinder besuchen eine Hauptschule.

[…]

Die Ergebnisse zeigen, dass sich Kinder und Jugendliche aus LP in Bezug auf die Beziehungsqualität zu beiden Elternteilen und in ihrer psychischen Anpassung von Kindern und Jugendlichen, die in anderen Familienformen aufwachsen, nur wenig unterscheiden. Gleiches gilt für Konflikte zwischen den Partner(inne)n in der LP sowie für Auseinandersetzungen mit dem externen Elternteil. Signifikante Unterschiede fanden sich dahingehend, dass Kinder und Jugendliche aus LP über ein höheres Selbstwertgefühl und über mehr Autonomie in der Beziehung zu beiden Elternteilen berichteten als Gleichaltrige in anderen Familienformen.
Die Ergebnisse der Kinderstudie legen in der Zusammenschau nahe, dass sich Kinder und Jugendliche in Regenbogenfamilien ebenso gut entwickeln wie Kinder in anderen Familienformen. Unabhängig von der Familienform wirken sehr ähnliche Einflussfaktoren. Entscheidend für die Entwicklung der Kinder ist nicht die Struktur der Familie, sondern die Qualität der innerfamilialen Beziehungen. Für die betrachteten Entwicklungsdimensionen von Kindern und Jugendlichen erwies es sich somit als nicht bedeutsam, ob sie bei einem allein erziehenden Elternteil, zwei Müttern oder Vätern oder bei Vater und Mutter aufwachsen, sondern wie die Beziehungsqualität in diesen Familien ist.

Aber das wird von den Konservativen gerne unterschlagen. Ein Schelm, wer böses dabei denkt.

Ich persönlich fänds ein wenig toll, wenn meine Frau, unser Kind und ich später gleichgestellt wären. Wenn mein Kind in Deutschland dann allerdings rechtlich immer noch als weniger schützenswert behandelt wird als das heterosexueller Eltern, dann muss es auch nicht zwingend in diesem Land aufwachsen. Zum Glück bin ich da ansatzweise flexibel.

Mehr Lesen? Da:



Perez Hilton und die Frauen

Perez Hilton hat neulich eine der Damen (die Miss California nämlich) vom Miss USA Contest „dumb bitch“ genannt, nachdem sie sich gegen die Homo-Ehe aussprach. Auf sowas kann ich ja – selber immer wegen Homophobie beschweren, aber dann mit Sexismus zurückschlagen. Gah!

Gut, klar, die Gute wirkt nicht so richtig aufgeklärt:

Prejean, who was named first runner-up at the pageant, told Lauer that she knew „at that moment after I’d answered the question, I knew that I was not going to win because of my answer.“ Still, she stands by her statements.

„I don’t take back what I said,“ she told Lauer, adding that she „had spoken from my heart, from my beliefs and for my God.“

„It’s not about being politically correct,“ she said. „For me, it’s about being biblically correct.“

In der Bibel steht nichts über Homoehe und die paar Stellen, die man als anti-Homo bezeichnen kann, sind auch beispielsweise auch zum größten Teil diejenigen, die das Tragen von Mischgewebe und das Rasieren verbieten. Und Lesben werden schonmal gar nicht erwähnt.
Aber das rechtfertigt auf keinen Fall, was Hilton da gesagt hat. Im Gegenteil – solche Kommentare sind der Grund, warum anscheinend ein großer Teil der Menschheit meint, dass Homosexuelle selbst keinen Deut besser sind als diejenigen, die sie unterdrücken.

Wie schreibt Jennifer Vanasco so schön da am Ende ihres Artikels „Gays and Sexism“ bei Chicago Free Press: Let’s fight homophobia with arguments, with marches, with lobbying, with humor, with cold, hard facts and heated, flowing oratory, with our individual stories, with determination, with persistence. But we cannot fight hate with hate. Not if we want to win. I agree. 🙂



NOFX – Creeping Out Sara

NOFX hätten bitte gerne Aufmerksamkeit, also springen sie auf den Lesbenzug auf. Wie unglaublich originell. Denn lesbische Zwillinge pimpern bestimmt miteinander. Meh.

Den ganzen Beitrag lesen »



Facebook mag auch keine Lesben

Aber damit befindet es sich ja in guter Gesellschaft, Corporate Homophobia scheint ja aktuell fürchterlich modern zu sein. 😉

Facebook mag auf jeden Fall die Werbung für And Then Came Lola nicht:

andthencamelola
Mädchensandwich.

Eine Begründung liefert Facebook natürlich auch …

„The image of this ad is either irrelevant or inappropriate,“ Facebook told Seidler, „Per sections 3 and 8 of Facebook’s Advertising Guidelines, the image on your ad should be relevant and appropriate to the item being advertised. Make sure your image is directly relevant to what you are advertising. Images that are overly explicit, provocative, or that reveal too much skin are not allowed. Images that may either degrade or idealize any health condition or body type are also not allowed. If you choose to submit this ad again, please use an appropriate image that adheres to all of Facebook’s Advertising Guidelines.“

Was soll man dazu noch sagen? Wer facebook nutzt, weiss wieviel „heterosexuell explizites“ da gezeigt wird und wie oft einem nackte Haut entgegenblitzt. Lächerlich.


Update, 29.04. 7:30h: Nachdem auf Facebook binnen einiger Stunden hunderte von Menschen in eine Gruppe namens „And Then Facebook Shunned Lola“ eingetreten sind und die Verantwortlichen für den Film nochmals Kontakt aufgenommen haben, ging’s plötzlich ganz schnell:

Thanks for contacting us about this. Your ad has now been re-reviewed and approved. We apologize for any inconvenience.

Warum nicht gleich so, facebook?

Nachdem ich mich im Blog umgeschaut habe, ist mir dann auch sofort klar geworden, warum ich die Dame in der Mitte (im Film Danielle) kenne – Cathy DeBuono hat eine kleine Rolle bei Exes & Ohs gehabt. Die Lesbenwelt ist klein. 😀 Jetzt freu ich mich direkt ein klein wenig mehr auf den Film, Madame gefiel nämlich.



Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie an deutschen Hochschulen

Aufruf zur bundesweiten Aktionswoche „Kein Sexismus an Hochschulen“ – Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie“ vom 4. bis 8. Mai 2009.

Tolle Sache das. 🙂 Keine Ahnung, wieviel an der Uni Bielefeld zu diesem Thema läuft. Das Schwulenreferat ist ja immer recht aktiv, von den FrauenLesbenTransgender-Menschlein hört man eher wenig. (Ich glaube, die machen einmal im Jahr ’nen Selbstverteidigungskurs und sitzen ansonsten im Café Anaconda und tauschen Handwerkertips aus. 😉 )
Am 8. Mai legen die Damen von Queers and Guitar bei der Abschlussparty im AudiMin auf, mehr Infos habe ich nicht gefunden. Mal sehen, was dabei rumkommt.



AmazonFAIL

Amazon FAIL (or: Twilight Made Me Gay)

Die meisten dürften davon gehört haben: Bücher mit „homosexuellem Inhalt“ (beispielweise Heather has two mommies, in dem Kindern erklärt wird, wie das mit den zwei Mamis ist) werden bei amazon nicht mehr im sales rank erfasst und können wohl gar nicht mehr bis schlecht gefunden werden. (Mehr dazu bei Mark Probst.)
Amazon sagt, das war nur ein Fehler im System. Craig Seymour dagegen sagt, er hätte schon seit Februar Probleme mit der entsprechenden Policy gehabt. #amazonfail bei Twitter nachlesen ist recht amüsant.

Hm. Ich kaufe da wohl erstmal nicht mehr, bis das endgültig geklärt wird.



XBox Live Ban wegen sexueller Orientierung

Nachdem Microsoft sich nun mal wieder hübsch homophob betätigt hat, indem sie eine Lesbe gebannt haben, weil sie ihre sexuelle Orientierung angab, gibt’s nun auf lesbiangamers.com einen offenen Brief an MS:

Open Letter To Microsoft

In light of the recent banning of a lesbian gamer on the Xbox Live platform, we would like to raise this issue directly with you at Microsoft as a collective unit in the gaming community. Although the ban has been acknowledged by yourselves as a clear mistake, it does highlight an integral issue that exists within not only your Xbox Live Policy, but the wider issue of abuse and homophobia reporting on XBL in general. Identifying that there is an inherent issue with current policy is only the first step in renewing confidence in the multitude of GLBT gamers who use the Xbox Live service regularly.

After the ensuing furore over the ban of Teresa for identifying herself as a lesbian in her profile, we conducted our own investigation into existing Xbox Live Gamertags to see if the policy was inclusive of anyone using words that outline their sexuality. The idea behind the Policy, that aims to prevent discrimination for homosexuals online, actually does very little to protect them. Our brief investigation highlighted the following Gamertags: IamStraight, Hetero, HeteroLifeMates, Metrosexual, Straight1, SexEmUp, poofterh8r, GayBaishnig, LesbianKILR, Queerkillah and DYKESMASHER. The list is in no way exhaustive, but highlights that there are numerous Gamertags in use that not only identify people due to their sexuality, but also in many cases are actively hateful towards particular groups. Clearly this is an extremely important issue that require urgent action on the behalf of Microsoft. It is simply NOT acceptable to ostracize gay and lesbian members of XBL or to make them feel inferior to others who use the service.

In order to rectify the situation, it would appear that the question of context should become the primary focus of your policy. Using a text analysis to scour for words is an antiquated technology that has no concept of meaning. The only way forward is to actively employ individuals to monitor not only Xbox Live Gamertags, but also Profiles and general behaviour. We have heard of numerous occasions where individuals have been abused for stating they’re gay and when this is reported, Microsoft have done nothing to the abusers. It is ridiculous that due to your technology someone is banned for saying they are gay or lesbian in their profile. This inconsistency does nothing for consumer confidence in Microsoft and it is imperative that you deal with this matter effectively, efficiently and as quickly as possible.

There are a vast community of gay and lesbian gamers out there who would be more than happy to provide you with ideas or alternatives on your current system. Speaking to those who have suffered homophobic slurs or who are afraid to be who they are openly and safely on Xbox Live is extremely important. Understanding context and using it with care and consideration will be what renews the GLBT community’s belief in Microsoft.

Ob’s was bringt? Ich weiss es nicht. Ich weiss nur, dass ich mir sicher keine XBox zulegen werde.

Langsam sammelt sich zu der Thematik einiges bei mir an …

Traurig, aber wahr.



Sonys Gaystation 3

Nach Blizzard (siehe hier und hier) und Microsoft tut sich jetzt auch Sony durch Diskriminierung hervor:

Michael Marsh, an 18-year-old gamer from Norwalk, Conn., wanted to set up a gay/straight alliance club in PlayStation Home, Sony’s new free 3-D virtual world component for the PlayStation 3.

The problem was that the words he was using – „gay,“ „lesbian“ and „bisexual“ – were being filtered from text chats and were not being allowed in the naming of clubs or in postings in club forums. Marsh, who is straight but supports gay rights, said he raised the issue with Home community managers during the private beta test, but the problems persisted after the public beta introduction of Home on Dec. 11.

Quelle: San Francisco Chronicle

Da fällt einem echt nichts mehr zu ein.